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Meat Loaf, ein Kapitel für sich… Ich muss mir ja eingestehen: ich mag den kitschtriefenden Rock des ehemaligen Dicken aus Texas! Die musicalschlagseite gepaart mit tollen Backing- und Duettsängern bzw. Sängerinnen war gewissermaßen immer was ganz Großes und Eigenes im Rockbereich, Jim Steinmann, der den größten Teil der herausragenden Arbeiten komponiert hat, ist einfach Gott, Punkt aus.
Eben jenen herausragenden Teil – die unschlagbare Bat Out Of Hell-Trilogie – wird hier vorgetragen, nicht allumfassend, aber zu weiten Teilen. Es beginnt fulminant, die Show ist sehr musicalinspiriert und es wird dick aufgetragen, Meat Loaf wird von zwei netten Damen stimmlich begleitet (einer netten Blondine und einer – ähm – geilen Brünetten), die Backingband ist absolut Top und rockt, das Publikum ist dem Anlass entsprechend gut drauf, eigentlich stehen alle Vorzeichen auf Sturm.
Dennoch blieb die sofortige Euphorie aus. Der Grund: Meat ist seltsam bei Stimme… Man kann nicht behaupten, dass er falsch singt, Töne verhaut oder seine Stimme dünn ist, daran liegt es nicht. Dennoch wirkt es nicht wie man es erwartet hätte. Die Stimme des Giganten hat sich einfach verdammt gewandelt, dazu kommt ein sehr strenger Texasslang, gezogene Konsonanten, verschluckte Vokale. Die Krönung: er hält sich nie an die Originalphrasierung, wandelt das Tempo anscheinend nach Lust und Laune ab, hangelt sich durch so manche Passage.
Nicht gerade rosig? Könnte man meinen, aber ein großer Pluspunkt bleibt: Loaf ist ein wahnsinnig begnadeter Schauspieler, er lebt jeden Song, interagiert mit seinen weiblichen Gegenparts, er durchlebt jeden noch so herzschmerzlichen Inhalt, er ist ein Blickfang von Beginn bis Ende des Konzertes – von der peinlichen Langhaarperücke im Opener mal abgesehen.
Ebenso fällt auf, dass die Songs des unterbewerteten dritten und bisher letzten Teiles der Fledermaussage klasse funktionieren und kompositorisch nicht hinter dem Altmaterial zurückstehen, jeder der die Bat Eins oder Zwei mochte muss die Dritte – dezent moderne und härte – ebenfalls hören.
Nett ist noch der Gastauftritt von Marion Raven gegen Ende des Konzertes, sie singt recht nett, „It’s all coming back to me“ war ne klasse Nummer, nur kann sie stimmlich nicht gegen das brünette Häschen nicht anstinken – optisch schon dreimal nicht…
Zwiespältige, aber nette DVD, bei der das Positive überwiegt.