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Die unerreichten Doom-Götter Candlemass feierten stilgerecht trotz einiger Querelen ihren zwanzigsten Geburtstag mit einem augen- und ohrenscheinlich saustarken Clubgig in Ihrer Heimat. Querelen soll heißen: die Band musste zum wiederholten mal den dicken Mönch vor die Tür setzen – wohl unwiderruflich und stand einige Zeit Sängerlos da. Wie wir heute wissen wurden die nicht kleinen Fußstapfen von Robert Lowe gefüllt, als das Konzert mitgeschnitten wurde war diese Verbindung allerdings noch taufrisch, es handelt sich um den ersten gemeinsamen Auftritt.
Die Band lässt auch nicht den Neuling das gesamte Set bestreiten, Rob trägt nur zwei, drei Songs bei. Darin liegt auch das besondere dieses einmaligen Gigs, nicht weniger als sieben Sänger teilen die 17 Songs auf, Tomas Vikström präsentiert einige Juwelen des Unterbewerteten Chapter VI-Albums. Johan Langquist, der das erste Album einsang, steht zum ersten mal auf der Bühne und lässt uns an großartigen Versionen der Debutsongs teilhaben. Die drei Ex-und-jetzt-Frontmänner zeigen, dass Candlemass den Messias nicht brauchen, so gut er auch gesungen hat. Gerade Rob nutzt die Chance und zeigt mit dem Übersong Samarithan, dass er emotional wie kein zweiter singen kann. Gänsehaut!
Dazu gesellen sich jeweils für eine Nummer JB (Grand Magnus), Mats Leven (ex-Therion), Mikael Akerfeldt (Opeth) mit einer geilen Abwandlung von At the Gallows End samt Growls sowie der Mann, der kurzzeitig als neues Aushängeschild im Gespräch war: Tony Martin (ex-Black Sabbath).
Keiner schwächelt, die Band ist absolut eingespielt, es war mit Sicherheit ein geiler Gig, den wir da verpasst haben. Dennoch gibt es kleine Mankos. Der Sound ist verdammt roh, sehr gute Bootleg-Qualität, aber halt nicht mehr, und es gibt vielleicht das ein oder andere Textblatt und die ein oder andere Überblende zuviel, als dass eine durchgehende doomige Stimmung aufkommen könnte. Ein besonderes Zeitdokument, fraglos, wem es aber vordergründig um einen guten Livemitschnitt dieser Band ankommt, der ist mit der Dokuments of Doom-DVD besser bedient, dort bekommt man einen Gig Anfang der 90er mit dem Mönch in Höchstform.
Rating: 



