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Wacken Open Air 2009 - 29.7.-1.8.2009

Eigentlich kann ich mir die Einleitung sparen, denn es hat sich nicht viel geändert. Das Wacken Open Air ist weiterhin das größte Metalfestival, mit allen Vor- und Nachteilen, die diese Größe mit sich bringt. An 70.000 Besucher glaubt wohl kaum noch jemand. Die Masse an Besuchern, die sich teilweise schon am Tagesanfang vor der Bühne gesammelt hat, und die bei den Headlinern den Vorplatz bis zu den Eingangstoren hin gefüllt haben, sprechen da auch eine ganz eigene Sprache. Wacken ist halt nach wie vor nix für Leute mit Platzangst.

Waren die Preise für Essen und Getränke schon in den letzten Jahren sehr hoch, sprengen sie dieses Jahr sämtliche Rekorde. 3,50€ für ein 0,4 l Bier ist in meinen Augen jedenfalls glatter Wucher. Der Metalmarkt glänzt dagegen mit einer immer größeren Auswahl an Produkten und Preisen.

Neu ist die Mittelalterstage mit angeschlossenem Mittelaltermarkt. An sich eine schöne Sache zum rumbummeln, wird gerade hier allerdings eins deutlich: Die Bands mögen die Hauptattraktion sein, sie sind längst nicht mehr die einzige. Noch krasser sieht man das im Wrestlingzelt. Und die gefühlten drei Dutzend Stripshows sprechen da auch eine ganz eigene Sprache.

Das musikalische Programm bietet mit dem Mittwoch quasi noch einen halben Tag zum Aufwärmen, der mit immerhin sieben Stunden Musik gefüllt wird. Ansonsten gibt es dieses Jahr nicht den von vielen erhofften Überheadliner für die „Night to remember“. Was bei dem einen oder der anderen für Enttäuschung sorgt, hilft aber immerhin, das Programm ausgewogen zu gestalten, so dass es im Vergleich zum letzten Jahr mehr „echte“ Headliner gibt. Dafür muss man sich mit einem immer größer werdenden Anteil an nichtmetallischen Bands rumschlagen. Neben den offensichtlichen Bullet vor my Valentine (die in diesem Bericht NICHT vorkommen werden) gibt es da die zu allem Überfluss auch noch parallel spielenden Coheed and Cambria oder The Boss Hoss, um nur mal einige Beispiele zu nennen.

Den Veranstaltern muss man zurechnen, dass sie grundsätzlich alles recht professionell organisiert haben. Leider heißt professionell nicht grundsätzlich auch fanfreundlich. Das die verfrühte Spielzeit von Lacuna Coil und The Boss Hoss nur in der Zeitung angekündigt wird, die man sich natürlich erstmal kaufen muss, ist für mein Verständnis eine bodenlose Frechheit, erst recht, wenn man sich den hohen Eintrittspreis ansieht. Und die Security war auch schon mal freundlicher. Es ist kaum zu übersehen, dass die Damen und Herren ziemlich unter Stress standen.

Mittwoch:

Victims of Madness: Zur Einstimmung auf alles Kommende spielen VICTIMS OF MADNESS Metalklassiker von Annihilator bis Sepultura. Das klingt mal ziemlich geil (z.B. „Jump in the Fire“ von Metallica), gelegentlich auch etwas zu weich (z.B. Ace of Spades“ von Motörhead). Der Wackensong, die einzige Eigenkomposition, ist für mein Verständnis ziemlich unausgegoren, ansonsten macht die Truppe aber gut Stimmung.

Bai Bang: Auch BAI BANG haben das Publikum schnell auf ihrer Seite. Ihr Glam Rock ist absolut feiertauglich, wenn auch nicht gerade innovativ.

Freiwild: Die angesetzte Secret Show war bereits früh eher ein offenes Geheimnis, genauso wie die am nächsten Tag stattfindende Show von J.B.O. FREIWILD sind vor allem den anwesenden Onkelzfans ein Begriff, aber auch über dieses Zielpublikum hinaus machen die Punkrocker gut Stimmung und glänzen mit auf diesem Festival selten erreichter Spielfreude.

Fejd: Bei meinem ersten und einzigen Abstecher zur Mittelalterstage sehe ich mir die Folkies von FEJD an. Das die Band die Gitarre durch die Nyckelharpa ersetzt, ist eine schöne Sache und verleiht dem Sound Akzente. Der Sänger braucht dagegen noch ein bisschen Übung, der singt nämlich arg schief, was den Gig letztendlich killt.

Bon Scott: Und noch ne Coverband. Auch hier ist die Stimmung gut, erst recht, da die AC/DC-Klassiker wirklich gut umgesetzt sind. Party mit BON SCOTT.

Onkel Tom: Der nächste Wacken-Song. Der hier ist etwas besser, wird aber auch kaum Legendenstatus erhalten. Ansonsten gibt es von ONKEL TOM den übliche, bierselige Schunkelbangschlagerrock, der bei der feierwütigen Masse auch gut ankommt.

Mambo Kurt: Jedes Jahr kommt MAMBO KURT wieder, und jedes Jahr ist es irgendwie bescheuert, aber irgendwie auch total geil. Und Metalpolonaisen sind ja wohl mal der absolute Kult. Dazu kommt noch das poppige „Take on me“ von A Ha, das sich nach kurzer Zeit als „Mexico“ von den Onkelz entpuppt. Muss man auch erstmal drauf kommen.

Donnerstag:

Schandmaul: Bei SCHANDMAUL ist es schon erstaunlich voll. Die Damen und Herren sorgen für gute Laune, ohne dass ihre Kost dabei zu anspruchslos wird. Es fehlt zwar ein wenig die Grundhärte, dafür werden hier schöne Melodien gereicht. Dennoch ist es schon verwunderlich, dass sich SCHANDMAUL so leicht gegen die parallel vor einem kleinen Häufchen Anhänger spielenden D:A:D durchsetzen können.

Der W: Während parallel auf der Partystage J.B.O rumblödeln, bietet DER W einen der emotionsgeladensten Auftritte des Festivals an. Man sieht hochgereckte Fäuste, hört, wie sich die Leute heiser brüllen, man sieht die eine oder andere Träne und den einen oder anderen Mittelfinger. Teilweise auch von Onkelzfans. Stephan Weidner hat schon immer polarisiert, und das tut er auch nun wieder. Er versucht nicht, es allen recht zu machen, sondern zieht sein Ding durch, und dafür kann man ihm nur dankbar sein. Stephan selbst ist im Übrigen auch sichtlich gerührt von den Reaktionen, einmal kommen ihm sogar die Tränen.

Running Wild: Wenn wir hier schon bei emotionalen Momenten sind, haben wir ja gleich noch einen Abschied. Wobei sich die allgemein Trauer in Grenzen zu halten scheint, denn an sich hatte man schon nicht mehr mit RUNNING WILD gerechnet. Umso schöner, dass man die Piraten wenigstens noch einmal zwei Stunden lang zu sehen bekommt. Und die zwei Stunden haben es in sich. Das Intro vom Hamburger Dungeon ist zwar reichlich bescheuert, aber die Band zelebriert bei immer schlechterem Wetter den puren Piratenstahl. Und trotz des stärker werdenden Regens wandern kaum Fans ab. Als dann mit „Under Jolly Roger“ Schluss ist, ist man sich sicher, einen denkwürdigen Gig miterlebt zu haben.

Heaven and Hell: Und die Geschichtsstunde geht weiter. HEAVEN AND HELL demonstrieren eindrucksvoll, woher der Begriff „heavy“ im Heavy Metal kommt. Der Set ist eine gute Mischung aus alten Tagen und dem aktuellen, sehr starken Album „The Devil you know“, die Betonung liegt auf den langsamen Songs. Die Band ist wie immer stark, doch die Gesangsleistung von Ronny James Dio ist einfach nur überirdisch. Ein magischer Auftritt voller großartiger Momente.

Freitag:

Vreid: Den Tag mit Black Metal beginnen zu lassen, ist so eine Sache. Die verschachtelten Songs von VREID sind wirklich gut, nur will der Funke im strahlenden Sonnenschein und vor allem kurz nach dem Aufstehen nicht so recht überspringen. Sehr Schade.

UFO: War der Auftritt auf dem Rock Hard Festival zumindest noch grundsolide und konnte das angewärmte Publikum gut bei Laune halten, versagen UFO hier komplett. Die blueslastigen Rocker werden blutarm dargeboten, lediglich das abschließende „Rock Bottom“ kann noch etwas reißen. Schade um diese an sich so wichtige Band.

Endstille: Endlich der passende Weckruf, quasi das Frühstückserwachen. Mit „Dominanz“ steigen ENDSTILLE in einen energiegeladenen Set ein, bei dem kein Nacken unbewegt bleibt. Der stumpfe Black Metal sorgt für eine wahnsinnige Stimmung, die man so zu dieser Uhrzeit nicht unbedingt erwarten durfte. Besser werden ENDSTILLE in diesem Leben wohl nicht mehr.

Gamma Ray: GAMMA RAY zeigen danach höchste Hamburger Power Metal Kunst. Für den Fünfer ist Wacken ja quasi ein Heimspiel, und so ist die Stimmung gut. Als dann noch ein paar Helloween Klassiker ausgepackt werden rastet das Publikum komplett aus und jede Textzeile wird ekstatisch mitgesungen. Veni, vidi, vici.

Walls of Jericho: Was diese Band auf dem Wacken zu suchen hat, muss mir mal jemand erklären. Absolut gefühlloser Hardcore, der meilenweit von Größen wie Agnostic Front oder Biohazard entfernt ist. Ich gebe zu, dass die entstehenden Pits recht beeindruckend sind, aber das ist auch wirklich das einzig bemerkenswerte an WALLS OF JERICHO. Nebenbei tun mir die Securitys leid, die bei dieser emotionslosen Gewaltorgie verletzt wurden und abtransportiert werden mussten, nur weil Madame Sängerin der Meinung war, den Oberproll raushängen lassen zu müssen.

Nevermore: NEVERMORE entschädigen dafür dankenswerterweise komplett. Und das, obwohl sie gleich doppelt benachteiligt sind. Einerseits sind sie ohne zweite Gitarristen am Start. Und zudem hat Warrel Dane Stimmprobleme. Das hindert die Jungs aber nicht, vor einem riesigen Publikum einen Auftritt hinzulegen, der über jede Kritik erhaben ist. Die Konzentration der Setlist liegt auf dem Überalbum „Dead Heart in a Dead World“, und mit dem kann man ja nicht viel falsch machen. Absoluter Hammergig!!!

Hammerfall: HAMMERFALL zeigen sich gutgelaunt wie immer, und das zahlt sich aus. Das Publikum steht bis zu den Eingangsschleusen an, um die Schweden sehen zu können. Die Setlist ist gut durchmischt, auch diverse Klassiker haben den Weg reingefunden, und das, obwohl die Band vergleichsweise wenig Zeit hat. Allen Unkerufen zum Trotz zelebriert diese Band den wahren Stahl. Ich finde nur, dass die Bühne mit gerade mal zwei Bassdrums irgendwie leer aussieht.

Whiplash: Während Hammerfall ihren Gig noch zu Ende spielen und danach das Emodoppelpack beginnt, zeigt sich im Zelt, was dem Tag bisher noch gefehlt hat: Eine schöne Oldschool-Thrash-Keule. Und die bieten WHIPLASH vor vergleichsweise kleiner Kulisse an, wo sie von Thrashmaniacs und Kuttenträgern gerne angenommen wird. Das Rad wird zwar nicht neu erfunden, aber die Nacken können rotieren. Also, alles in Ordnung.

Motörhead: Lemmy bleibt Lemmy bleibt Gott. Und so ist auch der heutige Best-Off Gig ein voller Erfolg. Das Publikum drängt sich dicht, als MOTÖRHEAD mit „Iron Fist“ starten. Was dann folgt, mag nichts weiter als purer Standart dieser großartigen Band sein, aber es sei festgehalten, dass dieser Standart in einer so schwindelerregenden Höhe stattfindet, dass die meisten Bands dieses Festivals ihn nicht mal zu Sternstunden erkennen. Womit wir dann wieder bei Gott bleibt Lemmy bleibt Gott wären. Klar soweit? Jedenfalls geben diese „Opa-Rocker“, wie sie von so manchem jüngeren Wacken Besucher respektlos genannt werden, eine weitere Lehrstunde in dreckigem und zeitlosem Rock’n’Roll, die man sich gerne erteilen lässt.

Sarke: Statt der sicher auch sehr sehenswerten Doro entscheide ich mich für den blackmetallischen Höhepunkt dieses Festivals. SARKE spielen Celtic Frost-artigen Black Metal. Sänger dieser Band ist im Übrigen niemand Geringeres als Nocturno Culto von Darkthrone. Am Ende des finsteren Gigs kommt dann auch noch Tom Warrior auf die Bühne um mit der Band den Klassiker „Dethroned Emperor“ zu spielen. Doro mag sehenswert gewesen sein, aber das hier war einfach nur geil!

Pentagram: PENTARGAM aus Chile sind sicherlich die Exoten des Festivals, und das Zelt ist auch erschreckend leer, als die Herren zu später Stunde ihre doch recht vertrackte Death Metal Kost darbieten. Die Die Hard Fans feiern jede Note bis zum Erbrechen ab, und auch die Band ist verdammt spielfreudig. Support the Underground!

Samstag:

Rage: Warum muss diese Band eigentlich so früh auf die Bühne? RAGE legen einen starken Jubiläumsgig hin, bei dem sie von verschiedenen Gastsängern (u.a. Hansi von Blind Guardian und Schmier von Destruction) unterstützt werden. Ein wenig aus dem Rahmen fällt das eher mal langweilige „Gib dich nicht auf“ mit Eric Fish, ansonsten wird feinste Metalkost geboten.

Cathedral: CATHEDRAL sind zwar spielfreudig, ziehen aber nur eine vergleichsweise kleine Schar vor die Black Stage. Vielen scheint das langsame Material schlicht zu zäh zu sein. Dazu sitzt beim Sänger auch nicht jeder Ton. Der Gig ist dennoch sehr stark, nur halt nicht massentauglich.

Testament: Der „The New Order“-Doppelschlag aus „The Preacher“ und dem Titelsong gibt bereits die Marschrichtung vor: Thrash as Thrash could be! TESTAMENT haben die Fans von der ersten Note an auf ihrer Seite. Klar, denn ansonsten hat das diesjährige Wacken nach der Absage von Anthrax thrashmäßig nicht so wahnsinnig viel zu bieten. So bangt man sich durch diesen wahnsinnig energiegeladenen Gig. Fantastisch!

Axel Rudi Pell: AXEL RUDI PELL demonstrieren eindrucksvoll, was UFO am Vortag gefehlt hat: Die Magie. Die Band spielt sich regelrecht in Extase, und es macht niemandem etwas aus, dass AXEL RUDI PELL vergleichsweise unheavy sind. Zudem sind selbst überlange Soli liebevoll ins Programm integriert und machen nie den Eindruck vom einfachen Auf-Dicke-Hose-Machen. Traumhaft!

Trouble: Man könnte sich jetzt In Extremo angucken. Oder man besucht Pain auf der Party Stage. Ich entscheide mich aber für TROUBLE, die im Zelt vor sich hin doomen. Der Gig findet vor bescheidener Kulisse statt, die die Band aber zumindest zu schätzen weiß. So machen die Doomer auch ganz gut Stimmung.

In Extremo: Die Spielmänner haben ihr aktuelles Headlinerprogramm ein bisschen gekürzt, damit es ins Festivalformat passt. Dabei fallen eher die alten als die neuen Stücke hinten runter. Das Publikum feiert die Band dabei gebührend ab, und einmal mehr ist das Gelände total überlaufen. IN EXTREMO sind dabei sehr gut gelaunt und bedanken sich immer wieder für die tolle Unterstützung.

UK Subs: Mit den UK SUBS hat es eine weitere Punkband geschafft, sich aufs Billing zu mogeln. Der Auftritt ist zwar nicht so wahnsinnig gut besucht, die UK SUBS geben trotzdem alles und werden dann auch gebührend abgefeiert. Eine schöne Abwechslung zum tagelangen Gebange.

Volbeat: Bei VOLBEAT ist alles wie gehabt: Die Fans liegen der Band zu Füßen und feiern eine wilde Party, während die Band Zeitgenossen wie meiner Wenigkeit mit ihrer Daueranwesenheit weiterhin gepflegt auf den Zeiger geht.

Enslaved: Die schwarzen Paganos haben von Anfang an mit starken Soundproblemen zu kämpfen, die die ansonsten sehr ausstrahlungsstarke Show leider bedeutend schwächen. Und das von der anderen Seite ständig die überlauten Machine Head rübertönen, macht die Sache auch nicht besser. Dennoch machen ENSLAVED das beste aus der Situation und ziehen so das leider recht spärliche Publikum auf ihre Seite.

Machine Head: MACHINE HEAD brechen einen gewaltigen Best-Off Set herunter, der energiegeladen präsentiert wird. Man muss dieser Band einfach mal Respekt zollen. Immerhin bringen MACHINE HEAD eine konstant göttliche Liveleistung, und das in jeder Situation. So haben sie die Massen auch dieses Mal auf ihrer Seite, jede Textzeile wird extatisch mitgebrüllt, die Haare verteilen sich über dem gesamten Festivalgelände. Das übliche Schlussduo „Halo“/“Davidian“ holt noch mal alles aus den Fans raus.

Saxon: Bei SAXON ist das Gelände dann doch vergleichsweise leer. Das ist schade, denn den Zuschauern wird pure Heavy-Metal-Energie geboten, mit toller Lichtshow, starkem Sound und einer von den Fans gevoteten Setlist. Statt zu vielen neuen Songs (vom neuen Album kommen lediglich „Batallions of Steel“ und „Live to Rock“ zum Zuge) kommen mal wieder Klassiker und auch selten gespieltes zum Zuge. So steht neben „Crusader“ und „Motorcycleman“ halt auch einmal „Forever Free“. Dazu eine großartig aufgelegte Band, und die dritte Lektion in der Entstehung unser aller Lieblingsmusik ist perfekt.

Gwar: Was soll jetzt noch kommen? Es gab zu viele wirklich starke Bands auf diesem Festival, als das man jetzt noch mal so einfach auf sich aufmerksam machen könnte. Allerdings sind GWAR auch eher Bühnentheater im Stile einer Wrestlingshow als eine musikalische Glanzleistung. Hier werden Obama und Michael Jackson abgemurkst, Blut spritzt aus abgehackten Armen ins Publikum, und auch ansonsten wird der gute Geschmack eher mal zu Hause gelassen. Die Musik ist auch kaum mehr als der passende Soundtrack dazu. Ansehnlich und unterhaltsam ist das Ganze, und mehr soll es wohl auch nicht sein.

Torment: Ich hab danach noch Lust auf soliden Thrash. Diesem Anspruch werden TORMENT zwar durchaus gerecht, dennoch klingen die Jubilare eher mal unspannend. Irgendetwas fehlt, das letzte Quäntchen Aggression. Das Zelt ist fast leer, die Anwesenden feiern die Band ab, aber auf mich will der Funke nicht überspringen.

Subway to Sally: Da ist es doch immer wieder eine Freude, sich die Potsdamer Folkrocker anzuschauen. SUBWAY TO SALLY zelebrieren mit vielen Songs vom neuen Album einen eher leisen Festivalabschluss, der von den verbleibenden Massen aber gebührend angenommen wird. Trotz allem sind SUBWAY TO SALLY ja eine wahnsinnig starke Liveband, die für Rausschmeißerposition geradezu prädestiniert ist. Schöner Abschluss.

Fazit: Trotz aller Kritikpunkte war das Wacken Open Air wieder eine der geilsten Metalpartys des Jahres, und das erst schwach aussehende Billing hat sich als einem Jubiläum absolut würdig erwiesen.

Best Off Ansagen und Kommentare:

„Diese Jungs sind so Metal, wenn es regnet, dann rosten sie!“ (Sabina Classen, Holy Moses, bei der Verleihung des Metal Hammer Awards über Grand Magus)

„Wenn ihr den Text nicht könnt, dann singt einfach lalala, ich vergesse den Text auch ständig.“ (Das Letzte Einhorn, In Extremo)

„Kauft euch von den 20€ für die neue Platte von Sodom oder Onkel Tom lieber Bier.“ (Tom Angelripper, Onkel Tom)

„Der nächste Song ist von der Dead Heart in a Dead World… (allgemeiner Jubel)…ich dachte, ihr hasst diese Platte…“ (Warrel Dane, Nevermore)

(sinngemäß)…jetzt kommt eine schöne ruhige Ballade…(es ertönt „Judaskuss“, eine schwere Midtemponummer)… okay, das war die falsche Ansage.“ (Eric Fish, Subway to Sally)

„Wir sind Pentagram aus Chile, wir spielen keinen 70s-Psychedelic-Rock, wir spielen brutalen 80s-Death Metal. Die anderen Pentagram finden uns toll. Es gibt zwei Pentagrams, findet euch damit ab.“ (Anton “Behemoth” Reisenegger, Pentagram)

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