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Das Legacy Heft feiert zehnjähriges Bestehen und versucht dabei dem Rock Hard nachzueifern und ein Festival auf die Beine zu stellen. Allerdings sind die Rahmenbedingungen komplett andere. Statt einem Park mit Amphitheater wurde ganz klassisch ein Flughafen besetzt. Die Bandauswahl ist sehr viel größer, es gibt zwei Bühnen, dafür ist das Programm leider nicht so erlesen wie eine Woche später beim Rock Hard. Jedenfalls fehlen die echten Raritäten, dafür sind einige Hochkaräter zu Gast. Zudem hat man sich den aktuellen Trends angepasst und viel Death Metal, Pagan Metal (von mir aus auch Viking, ich versteh den Unterschied leider nicht so recht, kann mir da jemand helfen?) Melodic Death und Metalcore eingeladen. Letzterer wird im Folgenden ziemlich kurz kommen, denn das hier ist ein verdammtes METAL-Review (ihr dürft mich gerne als engstirnig bezeichnen), und ich hab mich im Zweifellsfall fast immer gegen den Metalcore entschieden, wenn ich wählen konnte. Aber ich komme vom Thema ab. Die Futterstände sind dankenswerterweise ziemlich preiswert, leider versaut das Wertmarkensystem hier ein wenig die Stimmung. Sorry, wenn ich mich mal aufregen muss, aber wer ist eigentlich auf die dämliche Idee gekommen, diese Unsitte hier zu verbreiten? Wie auch immer, hier wird dieses Unsystem auf die Spitze getrieben, denn einerseits muss man trotzdem Pfand zahlen, das man woanders wieder abholen darf (nicht schön, sehe ich aber irgendwie noch ein), andererseits kann man dieses „Festivalgeld“ nach dem Festival nicht einmal mehr umtauschen. Ich glaube, das verbuchen wir mal gaaaanz schnell unter Anfängerfehler, denn die Praxis drückt am letzten Tag doch ziemlich auf die Stimmung und sollte schnellstens wieder abgeschafft werden.
Varg: Die erste Band die ich sehe, sieht zwar ziemlich blackmetallisch aus, spielt aber doch eher Baumknutschermusik. Sie machen ihre Sache keineswegs schlecht, aber eine echte Meute ziehen sie kaum, eher ein paar Die-Hard-Fans und ein paar Neugierige. Der Auftritt ist grundsolide und das man VARG kaum ernst nehmen kann, stört bei diesen Sonnenstrahlen sowieso nicht.
Alestorm: Die Schotten gehen mal wieder auf Kaperfahrt. Man sieht sie irgendwie überall, mit dem Ergebnis, dass die Truppe inzwischen eine wahnsinnige Routine erarbeitet hat, und inzwischen zumindest einigermaßen tight ist, auch wenn einmal mehr festgestellt werden muss, dass eine bodomische Alkoholwirkung-beim-Musikmachen-Resistenz auch bei ALESTORM eine feine Sache wäre. Das stört aber auch nicht richtig.
Keep of Kalessin: So ein Plastik-Platten-Panzer hat ja eine schöne Symbolwirkung: Er zeigt, dass man den Auftritt nicht zu ernst nehmen sollte, und das das Thermometer auch bei finstersten Hymnen immer schön warm bleibt. Von der blackmetallischen Intensität von Bands vom Schlage Watain oder Mayhem sind KEEP OF KALESSIN nämlich Lichtjahre entfernt. Sie wirken eher wie Dimmu Borgir, alles scheint irgendwie nur Theater zu sein. Allerdings, da sollte man sich nichts vormachen, hochklassiges Theater. So macht der Auftritt durchaus Spaß, auch wenn der Begriff Black Metal wirklich nur im weitesten Sinne verwendet werden sollte.
Sabaton: Das Panzerbatallion ist mal wieder unterwegs und beschießt uns mit Spaß und guter Laune (militaristische Schweinehunde, die sollten sich was schämen). Und obwohl SABATON mit ihrem Power Metal nicht gerade Konsens auf diesem Festival sind, ziehen sie das erste Mal an diesem Tag richtig viele Leute vor die Bühne, die ausgelassen feiern. Ob die Meute den Frontmann allerdings tatsächlich betrunken und nackt sehen will, darf zumindest mal bezweifelt werden.
Kataklysm: Und es wird voller. Als die Kanadier loslegen, wird einem auch sofort klar, warum das so ist. Die Typen sind einfach eine einzige Dampfwalze, die dich überrollt, während du von einer Waschmaschine im Schleudergang bearbeitet wirst. Klingt brutal? Ist es auch. KATAKLYSM legen die Brutalitätsskala hoch, und an diesem Wochenende werden sie nur noch von Behemoth in Sachen Gewalttätigkeit übertroffen. A propos Gewalttätigkeit: Die Frage, warum dich ein guter Freund verraten hat, ist scheißegal. Viel wichtiger ist doch, was du mit ihm anstellst!
Die Apokalyptischen Reiter: DIE APOKALYPTISCHEN REITER können die große Stimmung problemlos halten. Die Massen verlangen nach Party, und kaum eine Band kann dieses Verlangen so gut bedienen wie die Reiter. Zudem hat man mit dem neuen Gitarristen auch endlich wieder einen Aktivposten an der Gitarre, der nicht vor großem Showspielen zurückscheut, auch wenn er dabei gelegentlich unpräzise wird – alles in allem ein sehr viel passenderer Gitarrist als die introvertierte Lady Cat-Man. Da tut es auch nicht so weh, dass der eine oder andere Hit in der Truhe bleibt.
Satyricon: Was kann man von einem Black Metal Fronter erwarten, der sich Gel in die Haare schmiert? Nicht viel, und als ich SATYRICON letztens gesehen hab, ist auch nicht viel gekommen. Heute ist es etwas besser, die Setlist fährt die eine oder andere alte Perle auf, und zumindest „To the Mountains“ von „Now, Diabolical“ entwickelt live einen gewissen Charme. Das kann aber weder darüber hinwegtäuschen, dass die Stimmung bei den Reitern oder Kataklysm besser war, noch, dass SATYRICON auch schon bessere Zeiten erlebt haben. Der Auftritt ist solide, für Fans auch gutklassig, wird aber dem starken Backkatalog der Band nur in den seltensten Fällen gerecht. Das man SATYRICON die Headlinerposition zugesprochen hat, war wohl nicht die hellste Entscheidung der Organisation, denn headlinerwürdig war dieser Auftritt absolut nicht.
Zanthropya EX: Von ZANTHROPHYA EX bekomme ich nur ein paar Lieder mit, aber was ich da höre, gefällt mir ausgesprochen gut. Der Death Metal der Truppe mag keinen Innovationspreis bekommen, aber als Weckruf ist er allemal geeignet. So tut einem die morgendlich leere Kulisse auch schon ein bisschen leid.
Blood and Tears: BLOOD AND TEARS bieten in der Halle derweil ihren Gothic Rock an. Das Angebot wird nicht besonders angenommen, vielleicht zwanzig Leute stehen vor der Bühne. An sich schade, denn die Mucke macht schon Spaß.
Torture Killer: Brutal, aber nur mäßig spannend zerlegen danach TORTURE KILLER die Bühne. Man muss einfach mal sagen, dass es auf diesem Festival ziemlich viel Death Metal gibt, und Mittelklassebands dementsprechend gnadenlos untergehen.
Exopan: Danach geht’s zu EXOPAN in die Halle. Da ich nix besseres zu tun hab, beschließe ich, auf meine Vorurteile zu scheißen und mir den Auftritt bis zum Ende anzugucken. Und ja, manchmal lohnt es sich, über den Tellerrand zu gucken, denn EXOPAN sind erstaunlich stark. Die Musik ist angenehm thrashlastig und selbst die Breakdowns machen irgendwie Spaß. Verdammt, warum bekommen das die meisten Metalcorebands nicht so hin? Oder formulieren wir das mal anders: Warum ist diese Truppe nicht größer? Denn besser als der Genredurchschnitt ist sie.
Facebreaker: Die Death Metal Lastigkeit dieses Festivals bekommt man heute morgen schon krass zu spüren. Das ist irgendwie schade, denn so schafft es keine Band, wirklich herauszustechen. Auch FACEBREAKER haben dieses Problem. Die Mucke macht Spaß und ist auch richtig gut gemacht, aber die Schweden schaffen es einfach nicht, wirklich in Erinnerung zu bleiben.
Black Satin: Wie angenehm bodenständig ist da doch der heavy Stuff von BLACK SATIN. Die Truppe mag auch nur solide sein, aber sie reizt die Nackenmuskeln und bildet in dem ganzen Gegrunze einen angenehmen Gegenpol.
Demonical: Und das vierte Mal in Folge Death Metal. Diesmal allerdings eine Kante düsterer, halt schwedisch. Den eigenen Stil mit einem Schuss Black Metal zu würzen, ist ja im schwedischen Death Metal keine Seltenheit, und in diesem Fall sind DEMONICAL eine willkommene Abwechslung.
Into Obscurity: Und schön schwarz geht es weiter. INTO OBSURITY spielen Black Metal mit starkem folkloristischem Einschlag, was die Musik recht beschwingt macht, gelegentlich erinnert man auch an Taake. Der Auftritt ist stark, schade, dass die Kulisse immer noch ziemlich leer ist.
Nachtblut: War es wirklich eine gute Idee, Swashbuckle zugunsten von NACHTBLUT sausen zu lassen? Okay, die Band ist auf diesem Festival durchaus ein Farbtupfer, dafür klingt die Musik auch wie Cradle of Filth light. Das ist an sich sogar ziemlich unterhaltsam, allerdings wirken die Musiker in aller erster Linie arrogant. Letztendlich ist der Auftritt aber zumindest unterhaltsam.
Graveworm: Zu GRAVEWORM füllt sich das Gelände dann das erste Mal halbwegs. Kein Wunder, denn die Songs dieser Band sind einfach zu eingängig, um nicht gefeiert zu werden. Dabei kann man ein bisschen Eigenständigkeit bei GRAVEWORM vermissen, muss man aber nicht. Die Musiker sind in Spiellaune und freuen sich über die Reaktionen, und die Fans drehen durch. So muss es sein.
Mercenary: Obwohl MERCENARY eine ähnliche Fangruppe ansprechen müssten wie Graveworm, leert sich das Gelände etwas. Vielleicht sind MERCENARY vielen einfach zu nett? Wie auch immer, die Band scheint das nicht im geringsten zu stören, die Truppe ist agil wie immer und dabei wahnsinnig tight. Schade nur, dass der Superhit „11 Dreams“ heute nicht im Programm ist.
Eluveitie: Pagan Metal ist angesagt wie nie, das spürt man nun. Während die auf Sodom wartenden Thrasher die Nase rümpfen, stapeln sich die Fans der Band, vor allem jüngere Semester, regelrecht vor der Bühne. ELUVEITIE erwischen auch einen ziemlich guten Start, die Masse ist am durchdrehen. An dem eingefügten Akustkblock stören sich offensichtlich einige Fans. Der Grund dafür ist für mich nicht so recht ersichtlich, denn ELUVEITIE zeigen sich hier von einer starken Seite und demonstrieren eindrucksvoll ihre Musikalität, die sie locker über andere Bands ihres Genres erhebt. Mit ein paar Metalsongs am Ende werden die Moshwilligen wieder aufgeheitert, bevor ein hereinbrechender Sturm beim letzten Song für ein spektakuläres Finale sorgt.
Besagter Sturm reißt dann nach kurzer Zeit die hintere Bühnenplane ab, und fast senkrecht fliegende Regentropfen machen den Einsatz von Strom auf der Bühne unmöglich. Trotz des starken Winds, heftigen Regens und der Tatsache, dass auf der Bühne nicht mehr gemacht wird, als möglichst schnell alles abzudecken, harren viele Fans vor der Bühne aus, rücken eng zusammen, um sich gegenseitig zu wärmen und brüllen nach Sodom, Tom Angelripper, gelegentlich auch nach Spongebob, dann aber wieder nach Sodom. Die ganze Truppe lässt sich im Laufe der nächsten halben Stunde blicken und wird abgefeiert: Ein beeindruckendes Zeugnis an Fantreue für die sichtlich gerührte Band. Kurze Zeit später bemühen sich zwei Helfer, die Fans zum Schweigen zu bringen, um ihnen mitzuteilen, dass der Sodom Gig in der Halle stattfindet. Gefühlte zwei Sekunden später ist die Halle proppevoll. Statt den erhofften Sodom steht da aber wer anders auf der Bühne.
Anima: Während Disbelief und Textures sich bereit erklärten, auf ihre Gigs zu verzichten, versuchten die Metalcorer ANIMA, ihren Gig durchzuziehen. Dafür wurden ihnen 15 Minuten gegeben, was letztendlich vier Songs ergibt. Zudem haben sie von Anfang an zwei Drittel der Halle gegen sich. Bereits beim Betreten der Bühne recken sich zahlreiche Mittelfinger nach oben, noch mehr Leute stehen mit dem Rücken zur Bühne. Trotz allem zieht die Band ihr Ding durch und leistet einen energetischen Auftritt, dem man seine Wut ansieht. Dafür kann man den Jungs eigentlich nur Respekt zollen, selbst wenn man (wie ich) die Musik an sich nicht mag. Spätestens seit diesem Gig wissen ANIMA, wie es ist, alle gegen sich zu haben, und wie es sich gehört, haben sie offensiv und souverän reagiert. Dafür einen erhobenen Daumen. Einen nach unten gestreckten gibt es für die Musikfaschisten (ja, ich weiß, ich hab mich oben auch nicht gerade tolerant gegenüber Metalcore geäußert, aber ich hab wenigstens nicht versucht, irgendeiner Band den Auftritt zu versauen. Wenn einem was nicht passt, braucht man es sich ja nicht anhören).
Sodom: Leider ist nicht so recht klar, wann es mit SODOM weitergeht, zudem muss man zwischenzeitlich noch mal die Halle verlassen, daher kommen nur die wenigsten pünktlich wieder in die Halle. Dennoch schaffen es SODOM in erstaunlich kurzer Zeit, die Stimmung weit über Betriebstemperatur zu bringen. Warum die Ruhrpötte keine Headlinerposition bekommen haben, will sich mir nicht so recht erschließen, denn SODOM pulverisieren so ziemlich alles, was an diesem Tag so spielt. Ein endgeiler Gig.
Behemoth: Die Veranstalter haben wieder alles unter Kontrolle, aber nun stellt sich das Problem der Curfew. So ist die Entscheidung, Arch Enemy und BEHEMOTH zeitgleich spielen zu lassen, zwar schade, aber wenig überraschend – brauchbare Alternativen fallen nämlich niemandem ein. Ich gönne mir erstmal die Polen, die eine wahnsinnig energetische Show hinlegen, dabei aber ihre komplizierten Instrumentalparts jederzeit tight meistern. Da kann einem doch nur die Spucke wegbleiben!!! Obwohl der Stimmungspegel von Sodom nicht ganz gehalten werden kann, ist der Auftritt einer der eindeutigen Höhepunkte des Festivals.
Arch Enemy: Wer es indes ein wenig melodischer und unkomplexer mag, der kann bei ARCH ENEMY nicht so wahnsinnig viel falsch machen. Die schwedisch-deutsche Besetzung zieht einen routinierten Gig durch, der den Fans Begeisterungsstürme abverlangt. Dennoch ist nicht zu leugnen, dass das Gelände doch recht leer ist. Michael Amott ist ohne Frage ne coole Sau, und Angela Gossow kann viehisch grunzen, was man ihr nicht so ohne weiteres zutraut – das ändert nichts daran, dass es doch spektakulärere Acts gibt.
High Rise Fall: Moment mal, Keyboards? Und das am frühen Morgen? Tatsächlich, die Youngster von HIGH RISE FALL verwöhnen das Ohr mit epischen Klängen. Dimmu Borgir kommen einem in den Sinn, allerdings ist die Mucke weniger orchestral, ein bisschen bodenständiger. Für den großen Sprung fehlt noch ein Quäntchen Eigenständigkeit, aber immerhin sind die schönen Melodien schon mal da. Und die Grundhärte stimmt auch.
Purgatory: Dagegen sind PURGATORY kaum mehr als eine Schlaftablette. Es stehen nicht viele Leute vor der Bühne, ein paar gehen ab, doch es gab auf diesem Festival schon deutlich stärkere Death Metal Bands.
Zadok: Ähem, okay, das klingt jetzt ziemlich merkwürdig. ZADOK spielen einen ziemlich kruden, aber auch sehr interessanten Stilmix aus Gothic, Metal und Ostrock mit einem Schuss Doom. Innovationslosigkeit sollte man dieser Truppe nicht nachsagen, allerdings ist ihr Stil nicht gerade eingängig. Die zwingenden Melodien fehlen ein wenig zu häufig. Dennoch bleibt dieser Auftritt hängen.
Lay Down Rotten: LAY DOWN ROTTEN legen danach einen starken, aggressiven Auftritt hin, bei dem man die Matte gerne kreisen lässt. Die Musik ist vielleicht nicht besonders abwechslungsreich, dafür geht sie gut nach vorne. Stark.
Desaster: Auch DESASTER knüppeln sich ziemlich eintönig durch ihr Set, auch wenn deren Musik ein wenig anders gelagert ist. Das Geprügel bringt den Kopf zur Dauerrotation, die schwarzmetallischen Elemente setzen sich kaum durch, aber das stört nicht.
Endstille: Endlich mal ein Highlight für die Black Metal Fraktion. ENDSTILLE blasen zum Angriff, und die Meute frisst ihnen aus der Hand. Die Schwarzwurzeln mögen ohne schwarze Atmosphäre auskommen, dafür hat ihr Geknüppel die Brutalität eines Torpedos, und einen wahnsinnig garstigen Fronter hat man auch.
Belphegor: BELPHEGOR erweisen sich dann als Synthese der drei Bands und knüppeln sich auf hohem Niveau durch ein Set, dass hauptsächlich aus den letzten beiden Alben besteht. Man kann dieser Band Eintönigkeit nachsagen, aber ihre Brutalität ist beeindruckend. Das BELPHEGOR in aller erster Linie eine Spaßband ist, ändert da auch nix.
Equilibrium: Kontrastprogramm. Butterweicher Pagan Metal ohne ernsthafte Ecken und Kanten. Wer so was mag, hat hier auch seinen Spaß. Allerdings haben die Bayern heute nicht gerade ihren Glanztag erwischt, zumindest der Fronter hat auch schon tüchtig einen in der Krone. Zudem kommt keyboardlastige Musik ohne Keyboard in der Band immer ein bisschen komisch. Da EQUILIBRIUM heute auf Sparflamme laufen, können sie das kaum ausgleichen. Sie werden zwar gefeiert, aber es gibt auch genug enttäuschte Gesichter, und im Vergleich zu den gestern aufgetretenen Eluveitie kann man nur scheitern.
Eisregen: Und es bleibt lahm. EISREGEN mögen einen charismatischen Frontmann haben, der schön makabere Witze reißt und auch gesanglich überzeugt, aber um sich „Tod aus Thüringen“ nennen zu können, fehlt dieser Band eindeutig der Biss. So fehlt ohne Bass die Grundlage und ohne Geige das markante Element, so dass selbst an sich starke Songs wie das neue „Leprakolonie“, dessen Melodie einem irgendwie bekannt vorkommt(;-), oder „19 Nägel für Sophie“ hoffnungslos untergehen. Das ist vielen Leuten egal, die feiern EISREGEN trotzdem, so dass die Band den Auftritt wohl als Erfolg verbuchen kann.
Ensiferum: Derartig ernüchtert kann es ja nur besser werden, und ENSIFERUM sind mit ihrem leichten Melodic Death mit Paganeinschlag genau das richtige, um das Publikum zum Ausrasten zu bringen. Das finnische Quintett wird gefeiert wie ein Headliner, und das zu recht, denn so viel Spaß die Musiker auf der Bühne haben, so authentisch kommen sie auch rüber. Die wollen einfach nur ein bisschen Spaß haben, und das will die Meute auch.
Biohazard: Überraschungsheadliner sind ja eine feine Sache, aber BIOHAZARD fallen stilistisch einfach zu sehr aus dem Rahmen, um sie erst eine Woche vor dem Festival anzukündigen. So ist der Platz vor der Bühne nur spärlich gefüllt, als die Hardcorelegende die Bühne betritt, um sofort zur Sache zu gehen. Die Energie, mit der diese Truppe zu Werke geht, macht eines klar: die wollen weder Mitleid, noch wollen sie diesen Auftritt möglichst schnell hinter sich bringen, sie sind bereit, sich jeden einzelnen Zuhörer zu erkämpfen. Das Publikum mag klein und neugierig sein, doch es kann sich dem rauen Charme und der Intensität dieser Band nicht entziehen. So haben BIOHAZARD am Schluss sicher auch ein paar neue Fans gewonnen, und man kann nur alle auslachen, die sich dieses Spektakel nicht selbst angetan haben.
Kreator: KREATOR ziehen danach noch mal alle Register und legen eine fulminante Best-of-Show hin. Man kann vor dieser hyperaktiven Band einfach nur den Hut ziehen. Die Setlist ist gegenüber der Headlinertour ein wenig umgestellt worden, die Songs sind weitgehend die selben, lediglich „Coma of Souls“ kommt dazu, dem leider das starke „People of the Lie“ weichen muss. Die Stimmung ist vom ersten Moment an großartig, Mille ist gut drauf, und so ist KREATOR ein würdiger Abschluss für das erste Legacy Fest.
Fazit: Einigen organisatorischen Schwächen zum Trotz hat das Festival Spaß gemacht. Ich hoffe, die Veranstalter setzen sich ran und analysieren Stärken und Schwächen des Festivals, damit das Festival im nächsten Jahr umso stärker wiederkehrt.