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Grind Zero - Augsburg - 11.09.2009

Wenn man eben mal eine einfache Strecke von 200 Kilometer für ein untergrundiges Konzert zurücklegt, müssen die auftretenden Bands schon etwas besonderes sein. Und an diesem Freitag spielen besondere Lieblinge von mir im Augsburger Circus zum „Grind Zero“ Tanz auf (passend zum 11. September).

 

Den Anfang machen SMASHING THE PIGS, ein gewalttätig rumpelndes Grindprojekt mit Mitgliedern von LOWER THAN ZERO. Das leicht punkige Lärmmassaker erinnert nicht selten an frühe Napalm Death und Terrorizer. Nachdem der Song „Molotov und Pflastersteine gegen alle Bullenschwein“ drei Mal angekündigt und gespielt wurde (hat sich aber jedes Mal anders angehört xD), folgen noch kurz-knackige Knüppler wie „Wir verkaufen drittklassige Politiker an den tschechischen Straßenstrich damit wir die überteuerten Stadtwerke Rechnungen bezahlen können“ (oder so ähnlich). Auf jeden Fall macht’s tierisch Spaß, was auch die ersten Banger vor der Bühne beweisen.

 

Als nächstes sind RETRIBUTION an der Reihe. Die spielen sowas ähnliches wie ein Six Feet Under Tribute in wenig talentiert und streuen derbe Knüppelpassagen ein. Wobei… irgendwie spielt der Schlagzeuger komplett an der Band vorbei – oder andersrum. Auf jeden Fall gefällt es mir nicht sonderlich.

 

NO RIGHT LEFT entgehen unserer Aufmerksamkeit, weil wir auf Nahrungssuche im uns völlig unbekannten Augsburg machen.

 

Die Nahrungsaufnahme ist abgeschlossen, also wird es Zeit sich zu bewegen. LOWER THAN ZERO sind für mich eine der besten, weil motiviertesten, bewungs- und spielfreudigsten Bands überhaupt. Trotz eines äußerst schwachen Sounds geht da einiges. LOWER THAN ZERO spielen recht modernen Death Metal mit deutlichen Einflüssen aus Grind- und Deathcore. Auf jeden Fall wüten die Songs ganz ordentlich in den Gehörgängen – vor die Gesangsduelle zwischen André und Breene sorgen für eine fast irrwitzige Dynamik. Übrigens bin ich auch der festen Überzeugung, dass keine andere Frau dieser Welt derart abartig grunzen (und dabei auch noch gut aussehen) kann, wie Breene. Das Publikum dankt schon gleich mit äußerst spaßige Prügelpiteinlagen. Sehr geil.

 

Der zweite Grund für unsere weite Anreise ist URINAL TRIBUNAL. Der Blödeldreier ist nicht nur ein bescheuerter Anblick (Rosa Strümpfe + rosa String + rosa Top, bzw. Rosa Kleid), die Songs bewegen sich auch musikalisch und textlich (wenn’s denn überhaupt echte Texte gibt) auf ähnlich tiefem Niveau. Im Vergleich zu URINAL TRIBUNAL erscheinen einem sogar die Grindfuckers als ernsthafte Band. Aber dieser Mist macht dermaßen Spaß, dass man schon das ein oder andre Mal am eigenen guten Geschmack zweifelt. „Alt und willig, geil und billig“, „Massenonanie“, „Konsumsklave Zirkusaffe“ oder das semilegendäre „Straffreiheit für Vergewaltiger“ sind heftige Grindangriffe auf die Lach- und Grinsmuskeln.

 

Zu guter letzt würden noch die Tschechen FLESHLESS spielen, aber erstens mag die keiner von uns, und zweitens ist der Heimweg doch recht lang, und unser Fahrer muss am Samstagmorgen früh raus. Insgesamt gesehen war die „Grind Zero“ – Party die Anreise allein schon wegen SMASHING THE PIGS, LOWER THAN ZERO und URINAL TRIBUNAL wert (besonders weil der Eintritt mit gerade mal 6,- Euro auch schon fast nachgeschmissen war). Deshalb auch ein fettes DANKESCHÖN an die Organisatoren Breene und Holger.

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