

10 Jahre STORMWARRIOR! Dieser Zustand ist doch eigentlich ein Grund zum feiern! Seid ihr als Band nicht stolz darauf, dass ihr heute seid wer ihr seid? Immerhin habt ihr mit Größen wie Kai Hansen oder Piet Sielck arbeiten dürfen.
Klar, die coole Sache dabei ist, dass diese Band Old School-mässig Schritt für Schritt im Metal Underground aufgebaut wurde. Zwei Demos und zwei 7-inch Singles, bevor überlegt wurde, ein komplettes Album zu machen, und jetzt sind wir dann bei der dritten Studio Scheibe angelangt. Man hat schon das Gefühl, ein gesundes Fundament unter den Füssen zu haben.
Seht ihr „Heading Northe“ denn auch als eine Art Jubiläumsalbum, sozusagen irgendwie das „nach-Hause-kommen“?
Ich verstehe, was Du meinst, aber irgendwie fühlt es sich eher an, wie der Aufbruch zu neuen Küsten. Mit „Heading Northe“ ist viel Neues passiert. Wir wollten mehr Bandbreite zeigen als bei den beiden Vorgängern, und haben mehr Epic Elemente eingebaut, wie bei „Into the Batlle“ und „The Holy Cross“, und aus „The Revenge Of Asa Lande“ wurde ein für Stormwarrior ungewöhnlich düsterer und heavy Track. Die Speed Elemente sind aber nach wie vor sehr präsent, wie bei dem Titel Song oder „Remember The Oathe“. Wir haben auch viel mehr mit Chören und Soundeffekten rumgespielt, um den Texten mehr Gewicht zu verleihen, man hat sich beim aufnehmen teilweise auf ein veritables Schlachtfeld versetzt gefühlt, haha… „Heading Northe“ ist gleichzeitig das erste Album bei Dockyard 1. Ich kenne die Leute vom Label durch meine Arbeit mit Iron Savior und Savage Circus, und ich bin mir sicher, dass es die richtige Entscheidung war von Remedy Crecords zu Dockyard 1 zu wechseln.
Ist „Heading Northe“ eigentlich ein reines Konzeptalbum? Wenn ja, worum geht es im einzelnen?
Auf „Heading Northe“ sind die Titel stand-alone, und ist demnach also kein Konzeptalbum wie „Northern Rage“, wobei hierbei auch nur ein loser Konzeptfaden durchs Album verlief. In Songs wie „The Holy Cross“ und „The Revenge Of Asa Lande“ ist das grundlegende Thema die Konfrontation zwischen der christlichen Kirche und die sogenannte heidnische Nordische Welt um 1000 Jh. n. Chr. herum. „Ragnarök“ beschreibt die letzte große Schlacht in der Nordischen Mythologie, wo selbst Götter verdammt waren, zu sterben. In „Lion of the Northe“ handelt es sich um den schwedischen König Gustav II Adolf, der im 30 jährigen Krieg eingriff. „Metal Legacy“ und “Iron Gods“ sind beide Tributes an die Metal Community…
Bis zu „Heading Northe“ haben euch die Leute gerne als reine HELLOWEEN, RUNNING WILD und GAMMA RAY – Klone abgestempelt. Das habt ihr mit der neuen Scheibe jedoch widerlegt. Gehen einem solche Vergleiche mit der Zeit nicht auf den Senkel?
Mit „Heading Northe“ müsste es langsam durchsickern, dass wir unser eigenes Ding machen, ohne nach links oder rechts zu schauen. Deswegen war es auch wichtig, dass „Heading Northe“ von Lars Ramcke und Stormwarrior alleine produziert wurde. Wir haben in unserem eigenen Thunderhall Studio aufgenommen, was uns die Freiheit und die Zeit gegeben hat, das Songwriting und unsere individuellen Parts richtig ausreifen zu lassen. Der Vergleich mit Helloween oder Running Wild stört uns nicht. Unsere Wurzeln liegen in der alten Hamburger Metal Schule, darauf sind wir auch stolz.
Auch auf „Heading Northe“ fallen solche Titel wie „Metal Legacy“, „The Holy Cross“ oder „Into The Battle“. Sind solche Titel nicht schon irgendwie abgedroschen? Wie steht ihr zu solcher Kritik?
Stormwarrior wurde ins Leben gerufen in einer Zeit, wo Heavy Metal für mausetot proklamiert wurde. Gerade durch das lautstarke Bekenntnis zum Metal Underground mit Titeln wie „Sons Of Steele“ und „Heavy Metal Fire“ stehen wir, wo wir heute stehen. Wir sind ja nicht hier, um einen Poesiepreis zu gewinnen. Die Texte müssen nach wie vor genauso knallen wie die Musik.
Besonders der Gesang von Lars Ramcke hat sich mit der Zeit als besonderes Trademark der Band entwickelt. Konntet ihr die Entwicklung eurer Band oder eurer musikalischen Fähigkeiten eigentlich verfolgen bzw. mitbekommen? Vom Anfang eures Demos „Metal Victory“ bis heute?
Traditionell gesehen, war die dritte Scheibe schon immer sehr entscheidend, diese Tatsache alleine hat viel gutes Adrenalin freigesetzt. Durch diese Produktion haben wir ganz sicher alle spieltechnisch ein paar Zentner zugelegt. Aber wirklich bewusst wahrgenommen hat man dies wohl während der Produktion an sich nicht so sehr denke ich. Ja, bei den Vocal Aufnahmen hat Lars eine starke Leistung hingelegt. Beim ersten Demo war er noch unverschämt jung, kein Wunder, dass es noch Luft nach oben gab, haha…
Als Band aus dem hohen Norden wird das Wacken Open Air für euch natürlich eine besondere Bedeutung haben. Habt ihr dort eigentlich schon mal live gespielt? Oder wart ihr bisher nur als Gäste dort unterwegs?
Ja, wir haben letztes Jahr zum zweiten Mal auf dem W.O.A. gespielt (2002 zum ersten Mal). Alles hat da gestimmt. Gute Spielzeit, Samstag 22 Uhr, schönes Wetter, sehr lautes Publikum. Kai Hansen hat sich uns für den letzten Teil der Show angeschlossen, was wirklich Bock gebracht hat. Die DVD mit der ganzen Show wird diesen Sommer erscheinen. So weit ich weiß, sind wir wieder für WOA 2009 im Gespräch, darauf werde ich mich schon mal freuen.
Würdet ihr eure Musik eigentlich als klassischen True Metal betrachten oder seht ihr euch diesem Stil nicht zugehörig?
Wir werden mittlerweile als sowohl Power, Speed oder True Metal bezeichnet. Dazu kommen dann die Epic und Viking Elemente. Da kann man fast schwindelig werden, haha… Ist ja auch total unwichtig. Wir arbeiten einfach an dem Material, was für uns natürlich kommt. Uns korrekt einzuordnen, überlassen wir dann den Leuten, die sich da besser mit etwaigen Kategorien auskennen…
Wie schaut es denn mit Liveaktivitäten in nächster Zeit aus? Dürfen wir STORMWARRIOR bald wieder auf der Bühne betrachten?
Wir sind gerade zurück aus Athen gekommen, wo wir das Up The Hammers Festival gespielt haben. In Deutschland werden wir auf jeden Fall das Rock Hard Festival, Manowar’s Magic Circle Festival und das Dragonslayer Festival spielen, im restlichen Europa sind wir bis jetzt für Sweden Rock, Metal Mania in Slowenien, Masters Of Rock in Tschechien und True As Steel in der Schweiz bestätigt. Vielleicht bekommen wir auch die Chance auf irgendeine größere Tour mit aufzuspringen oder wir stellen mit unserer Booking Agentur noch selber etwas Kleineres auf die Beine. Mal abwarten…
Ihr habt in der Vergangenheit ja auch den ein oder anderen Gig mit Kai Hansen und GAMMA RAY gespielt. Ist der gute Mann euch vielleicht auch eine Art Lehrmeister gewesen? Hat(te) er für die Band auch mal eine Vorbildsfunktion?
Kai hat ganz klar insgesamt bei Stormwarrior eine große Rolle gespielt. Er hat die beiden ersten Studioalben produziert, und stand auch danach immer mit Rat und Tat zur Seite wenn es von Nöten war. Dafür sind wir ihm natürlich nach wie vor äußerst dankbar. Ich selber komme aus Dänemark, wo die Metal Szene in den 80’ern ein bisschen anders aussah als vielleicht in Deutschland, aber speziell Lars ist mit den alten Helloween/ Kai Hansen Sachen aufgewachsen…
Wie arbeitet eine Band wie STORMWARRIOR ein Album eigentlich aus? Entstehen die Songs erst im Studio oder kommen diese bereits in der Rohfassung aus dem Proberaum?
Da ist Internet eine coole Sache. Bei uns werden viele Aufnahmen und Texte hin- und her geschickt, bevor wir uns im Studio treffen. Für die nächste Platte haben wir uns aber fest vorgenommen, alle Songs tatsächlich live zusammen spielen zu können, bevor die Aufnahmesessions anfangen. Mal sehen, ob das auch klappt, haha…
Danke für das Interview. Irgendwelche letzten Worte?
Das war mir ein Vergnügen!… Man sieht sich hoffentlich auf dem einen oder anderen Open Air dieses Jahr. – CHEERS!!