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Retroactive Records / Music Buy Mail
2008
Dass christliche Rock-Musik auch eine gesunde Portion Schmutz unter den Fingernägeln und Eier in der Hose haben kann, beweisen die Kalifornier X-SINNER mit “Fire It Up”. Doch die zehn Songs dieser Platte sind – mit einer Ausnahme – ganz und gar nicht neu. Vielmehr handelt es sich bei dieser CD und die komplette Neueinspielung des zweiten Albums der Truppe, “Peace Treaty”, aus dem Jahre 1991. Eigentlich sollte dieses wohl bekannteste Werk von X-SINNER schlicht wiederveröffentlicht werden, doch rechtliche Probleme schoben diesem Vorhaben schnell einen Riegel vor. Dieses Scheitern nahm die Band äußerst sportlich und sagte sich: “Wenn wir die alten Aufnahmen nicht verwenden dürfen, spielen wir das Teil doch einfach noch einmal ein, der Sound von damals war eh scheiße!” Gesagt, getan, und bei der Gelegenheit wurde gleich noch die Ballade ‘Hold On’ durch das neue Stück ‘Fire It Up’ ersetzt.
Heraus gekommen ist eine Platte, die zwar mächtig retro klingt, aber ordentlich rockt und durchaus Spaß macht. X-SINNER wandeln auf den zugegebenermaßen schon arg ausgelatschten Pfaden von AC/DC und den GEORGIA SATELLITES. Frontmann Rex Scott, der auch bei ZION das Mikro schwingt, bemüht sich nach Kräften und auch durchaus mit Erfolg, wie der kleine Bruder von Bon Scott zu klingen. Markant ist die klare, bluesige Gitarrensprache von Greg Bishop, die eigentlich das Beste an “Fire It Up” ist. Leider hat der Gute die reformierten X-SINNER inzwischen anscheinend wieder verlassen. Das Feeling stimmt auf jeden Fall, auch wenn das Songwriting recht konventionell ausgefallen ist. Das Material geht ziemlich gut ins Ohr, krasse qualitative Ausreißer nach unten oder nach oben begegnen einem nicht. Es gibt halt bei Bands dieser Stilrichtung im Grunde zwei Songs: den bluesig groovenden, eher langsamen, und den flotten, frechen Abgeh-Rocker. Wer aber ernsthaft den Kauf einer solchen Platte in Erwägung zieht, ist sich dieser Tatsache eh bewusst.
Die Highlights von “Peace Treaty” bzw. “Fire It Up” sind für mich das aufgewühlte ‘I Take Power’, das lässig-eingängige ‘Rollin’ Thunder’ und die knackige Hymne ‘All I Need’. Hier treffen X-SINNER den Ton und die Balance halt am besten. Klar, hat man das alles so oder ähnlich schon tausend Mal gehört, klingt komponiert und gespielt von diesem Quartett aber rund und authentisch. Glücklicherweise tragen X-SINNER ihre christliche Lebenseinstellung nicht so arg plakativ vor sich her und ersparen uns – soweit ich das jedenfalls mitbekommen habe - peinliche Missionierungsversuche. Somit ist hier eigentlich alles im grünen Bereich und Liebhaber dürfen durchaus mal ein Ohr riskieren.
Rating: 



