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ULTIMATUM - Into The Pit

Retroactive Records / Music Buy Mail
2008

Die US-Thrasher ULTIMATUM werden dem einen oder anderen Underground-Maniac bestimmt noch ein Begriff sein. Die Truppe um Gitarrist Robert Gutierrez und Frontmann Scott Waters erblickte das fahle Licht dieser Welt irgendwann in den frühen Neunzigern. In den folgenden Jahren huldigten die Jungs auf insgesamt drei abendfüllenden Werken musikalisch den Thrash-Giganten der Achtziger und textlich dem lieben Gott und seinen Gehilfen. Danach wurde es recht still um ULTIMATUM, erst 2006 war wieder ein Lebenszeichen zu vernehmen in Form der EP “…Til The End!”. Kurz darauf wurden dann das Debüt “Symphonic Extremities” (1995) und das dritte Werk “The Mechanics Of Perilous Times” (2000) von Retroactive Records neu aufgelegt. Mit “Into The Pit” serviert uns das amerikanische Label nun auch eine brandneue Langrille der Thrash-Missionare aus New Mexico, die in Europa über Music Buy Mail zu beziehen ist.

Die elf Songs dieser angenehm wuchtig, trocken und druckvoll produzierten Scheibe knüpfen nahtlos an das Material der Vorgänger an. Das heisst, hier wird knackig harter, ursprünglicher Thrash-Metal geboten, der vor allem von schön sägenden Old-School-Riffs angetrieben wird. Warum allerdings ULTIMATUM im Waschzettel des Labels mit EXODUS und sogar mit den fantastischen Prog-Thrashern TOURNIQUET verglichen wird, ist nicht ganz nachvollziehbar. Meine Ohren erinnert diese Musik hier vor allem an FORBIDDEN und TESTAMENT. Aber das mag Haarspalterei sein. Handwerklich ist “Into The Pit” jedenfalls voll und ganz im grünen Bereich. Mir fehlt allerdings ein bisschen der zündende, kreative Funke im Songwriting. Kompositorisch ist das Album über weite Strecken leider nicht mehr als Mittelmaß. Extrem konservativ angelegte Midtempo-Nummern wie der Opener ‘One For All’ oder ‘Deathwish’ reißen mich trotz bereits erwähnter ansprechender Gitarrenarbeit einfach nicht vom Hocker.

Am besten gefallen mir ULTIMATUM, wenn sie das Gaspedal weiter durchtreten, wie beim besten Song dieser Platte, ‘Heart Of Metal’, in dem ich mich an die kultige Underground-Thrash-Legende SEVENTH ANGEL erinnert fühle. Das wird wohl vor allem an der Kombination aus knatterndem Uptempo-Drumming und räudigem, Kreisch-lastigem Gesang liegen. Klasse wird es auch, wenn ULTIMATUM mal von dem doch sehr starren Aufbauschema ihrer Songs ein wenig abweichen, wie beim spannend gestalteten ‘Game Over’. Diese Highlights machen aber eben auch eine gravierende Schwäche von “Into The Pit” deutlich: es fehlt einfach an Abwechslung. Trotzdem sollten beinharte Thrasher ruhig mal ein Ohr riskieren, denn gepflegt abschädeln kann man zu diesem Sound durchaus. Mein Fazit: ordentliche Platte, aber kein Knaller.

Rating: ★★★☆☆

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