Konzert-Reviews
Interviews
Visions
Tourdaten
Metal-Videos



Unlimited Music Production
2008
Mit zwei überzeugenden Longplayern hat sich die schwedische Formation STONELAKE in den vergangenen beiden Jahren einen guten Ruf in Insiderkreisen erspielt. Das Quartett um die ehemaligen WHITELIGHT-Musiker Jan Akesson (Gitarre) und Peter Grundstrom (Vocals) spielt eine ausdrucksstarke, geschmackssicher ausbalancierte Mischung aus typisch skandinavischem Melodic Metal und kraftvollem amerikanisch geprägtem Heavy Rock. So nachzuhören nun wieder in glänzender Weise auf Scheibe Nummer Drei der Herren, “Uncharted Souls”. Mit diesem neuen Album haben STONELAKE neue kreative Höhen erklommen und dem Rezensenten jede Menge Spaß bereitet. Jans voll und raumgreifend produzierte Gitarre pendelt zwischen einfühlsamem Schnurren, wilden Ausbrüchen und soulig rockenden Momenten gekonnt hin und her. Das sorgt für Spannung, Abwechslung und Charakterstärke und erinnert in den besten Momenten an die alten QUEENSRYCHE-Göttergaben. Insgesamt gehen STONELAKE jedoch weniger komplex und dramatisch zu Werke als die (ex-)Melodic-Metal-Helden aus Seattle. Sie haben eine eigene Sprache gefunden, in der sich farbenfrohe musikalische Geschichten erzählen lassen.
Peters Gesangsleistung ist ebenfalls von erlesener Qualität, auch wenn seine Stimme in den ganz hohen Tonlagen etwas dünn und bemüht klingt. In diesen Regionen der Tonleiter bewegt er sich glücklicherweise aber eher selten. Doch das alles wäre kaum etwas wert, wenn die Songs nichts taugen würden. Tun sie aber – und zwar eine ganze Menge! Mitreißende, emphatische Metal-Nummern wie ‘Pain And Hunger’ oder ‘Higher’ sind sehr schlüssig und flüssig aufgebaut und setzen sich schnell im Ohr fest, ganz und gar ohne sich kitschig anzubiedern. Hier stimmt einfach die Substanz, da ist plakative Effekthascherei fehl am Platze. Keinen Deut schlechter gefallen mir energiegeladene, breitwandige Hardrocker wie ‘(Tonight) You’re Beyond The Shadows’ mit seinem Erste-Sahne-Chorus oder das treibende ‘Eyes Of The World’. Bei solcher Musik kann ich auch heute noch nicht ruhig auf dem Sofa sitzen bleiben.
In ‘Don’t Leave Me Behind’ mischen STONELAKE dann plötzlich rau gebellte Gesangspassagen mit symphonisch-progressiven Breaks und einem AOR-Chorus, ohne das die Nummer auseinander fällt – eine beeindruckende Leistung. Das schwer groovende, emotional aufwühlende ‘Miracle’ zündet erst nach einigen Durchgängen, dafür aber um so heftiger. In ‘White Flame’ huscht kurz mal David Lee Roth durchs Bild, während das trocken-harte, mächtig drückende ‘Saint Or Evil’ (auf meinem Infozettel als Bonus-Track deklariert) noch mal die Nackenmuskulatur anspricht. Wie man unschwer erkennt, kommt neben Geschmack und kompositorischer (Welt-)Klasse auch die Abwechslung nicht zu kurz. Viel mehr kann man von einer Melodic-Metal-Scheibe eigentlich nicht verlangen, oder !?
Fazit: STONELAKE ist mit “Uncharted Souls” ein wahres Meisterwerk aus der Twilight Zone zwischen Hard Rock und anspruchsvollem Melodic Metal gelungen, dass Genre-Aficionados in helle Begeisterung versetzen müsste. Die Musik der Jungs präsentiert sich gereift wie ein guter Wein, ohne dabei den Biss und die Frische verloren zu haben. Für mich ist dieses Album, das inzwischen auch den Langzeittest mit Bravour bestanden hat, eine der größten Entdeckungen dieses Jahres. Werde ich mir bestimmt noch oft anhören. Bleibt nur zu hoffen, dass STONELAKE bald die Chance haben werden, sich einem größeren Publikum zu präsentieren. Wer neugierig geworden ist, sollte sich unbedingt die mp3-Samples auf der Homepage der Band mal anhören und bei Gefallen das Teil über www.musicbuymail.com ordern. Support the underground!!
Rating: 



