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STEEL ATTACK - Carpe DiEnd

Massacre Records
2008

“Nomen est omen”, kann man bei diesem Bandnamen nur sagen. Das sechste Studioalbum der Schweden STEEL ATTACK ist ein echter Hammer geworden. Die Jungs haben in den letzten Jahren regelmäßig erstklassige Alben abgeliefert, doch “Carpe DiEnd” legt so eine enorme Entschlossenheit, Klarheit und knisternde Spannung an den Tag, dass man geradezu gepackt und in die Platte hinein gezogen wird beim Hören. Frühere Ähnlichkeiten zu Hammerfall und Konsorten hat man inzwischen völlig abgelegt. Zwar sind STEEL ATTACK immer noch Anhänger der reinen Edelstahl-Lehre, doch von Eintönigkeit und Klischee ist “Carpe DiEnd” meilenweit entfernt. Die Songs sind dramatisch sehr geschickt und fesselnd aufgebaut, Melodien mit Wiedererkennungswert lauern hinter jeder Ecke, die Gitarren drücken prächtig und eine gesunde Portion feierlicher Pathos rundet das Ganze sehr angenehm ab. Man könnte sagen: Typisch skandinavischer Power Metal der Bollnäs-Schule (also frühe Morgana LeFay und Tad Morose) trifft auf hymnisch-epische Momente in Virgin Steele-Manier eingebetet in eine dosierte Progressivität, die den Kompositionen den letzten Schliff und Glanz verleiht. Das Ergebnis gehört zum Intensivsten, Vielschichtigsten und Originellsten, was das Genre zur Zeit zu bieten hat.

Mit dem eindringlichen, hoch dynamischen ‘The evil in me’ gelingt der Einstieg ganz hervorragend. Vor allem der Chorus ist vom Feinsten, Sänger Ronny Hemlin macht mit seiner klaren, mittelhohen, leidenschaftlichen und energischen Stimme einen formidablen Eindruck. Ein großer Pluspunkt ist auch die sehr fein ausdifferenzierte, knackig harte Produktion, die in den Händen von Gitarrist Simon Johansson (ex-Abstrakt Algebra, Memory Garden) und Mike Wead lag. Auch bei majestätischeren Nummern wie ‘I keep falling’ oder dem großartigen, sehr stimmungsvollen ‘Holy is evil’ machen STEEL ATTACK eine exzellente Figur. In ‘Perpetual solitude’ wird das Tempo sehr gekonnt variiert, insgesamt geht es hier eine Ecke komplexer zu, was wunderbar kontrastiert wird durch den sehr einprägsamen Refrain. Gradlinige, atmosphärisch dichte Midtempo-Songs wie ‘Angel’ und ‘Crawl’ gehören ebenfalls zum Repertoire. Selbst die Ballade ‘Entrance to heaven denied’ funktioniert einwandfrei. Ganz zum Schluss folgt mit ‘Beyond the light’ noch einmal eine grandiose, unter die Haut gehende Nummer mit traumhaftem Gesang, bei der zwischendurch das Gaspedal auch mal wieder durchgetreten wird.

Fazit: STEEL ATTACK haben mit “Carpe DiEnd” ein ausgezeichnetes Album abgeliefert, das beste der Band-Geschichte. Wer auf anspruchsvollen Skandi-Power-Metal steht und eine Mighty-Warrior-Schlagseite zu schätzen weiss, muss diese Platte einfach haben. Jedenfalls verdient diese Truppe deutlich mehr Aufmerksamkeit als ihr bisher zuteil wurde, denn sie gehört definitiv zur Spitzengruppe im Metal-Oberhaus. Tolles Album, tolle Band – kaufen!!

Rating: ★★★★½

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