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SOULDRAINER - Reborn

Mascot Records
2007

Melodischer Death Metal, angereichert mit Streichern und mächtigen, sakralen Chören – so versuchen uns die Schweden SOULDRAINER höchstselbst ihren schwermütig stampfenden Sound schmackhaft zu machen. Wer wie ich bei dieser Beschreibung Appetit gleich bekommen hat, weil er sich eine klangliche Kreuzung aus Dark Tranquility und mittelalten Samael darunter vorstellt, liegt ganz grundsätzlich gar nicht mal so falsch. Auf dem Debüt-Album “Reborn” wälzt sich der tonnenschwere, zäh wie Lava dahin fließende Gothic Doom-Death dieses Quintetts fies und brutal durchs Unterholz und hinterlässt jede Menge Hektar verbrannter Erde. Frontsau Johan Klitkou, der die Band inzwischen leider verlassen hat, gehört zu der Sorte kreischend heiserer Brüllwürfel, der vor den Aufnahmen bestimmt so lange rostige Nägel isst, damit die Stimmbänder nachher auch schön bluten. Die extrem druckvollen Riffs allerdings sind es eigentlich, die die Songs voran treiben und manchmal gar Erinnerungen an Slo-Mo-Brutalo-Helden wie Crowbar oder Asphyx hervor rufen.

Leider nerven die sehr simpel gestrickten Gothic-Einlagen mit diesen indiskutablen Keyboardparts und völlig banalen Melodien so sehr, dass man “Reborn” trotz aller Vorzüge nicht lange erträgt. Dieses dramatische Defizit macht so manche Nummer zu klischeehafter, einfallsloser und schlicht und ergreifend langweiliger Durchschnittskost. Bei ‘Internal suicide’ oder dem Titelsong zum Beispiel rollen sich mir fast die Fussnägel hoch angesichts dieser geballten Ladung Plattitüden. Und die Ladies, die das Lalala in ‘Everyday hero’ (ein Song der auf der andere Seite wieder mit intensiver Gitarrenarbeit punktet) singen, waren wahrscheinlich (hoffentlich!?) sternhagelvoll bei den Aufnahmen. Eigentlich schade, denn wo immer der Düsterkitsch außen vor bleibt, entstehen wirklich spannungsvolle, ordentlich ballernde und alles zermalmende Passagen. Der Anfang von ‘The others’ ist so eine Stelle, doch auch dieser Song verliert sich zeitweise im gruseligen Keyboard-Kleister. Am besten funktioniert all das noch bei ‘Daemon to daemon’, das wirklich mal so etwas wie eine beklemmende Atmosphäre erzeugen kann.

Folglich kann hier keine Kaufempfehlung für “Reborn” erteilt werden. Man möchte sich fast wünschen, dass sich die Gitarristen Marcus und Daniel eine neue Band suchen, um ihr Potential richtig auszuschöpfen. SOULDRAINER haben es jedenfalls nicht geschafft, mich zu überzeugen. Diese Platte wird wahrscheinlich sang- und klanglos untergehen, weil das Songwriting zu wenig kreativ und die Musik letztlich ziemlich beliebig und austauschbar ist. Schade!

Rating: ★★½☆☆

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