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SINNER - Crash & Burn

AFM Records
2008

Kaum zu glauben, dass die deutschen SINNER nun schon seit mehr als einem Vierteljahrhundert im Geschäft sind. Ich musste schon ein wenig schmunzeln, als ich mir aus Anlass dieses Reviews die Promo-Photos aus dem Jahre 1982 noch einmal anschaute – ich sage nur: Evil Schnurrbart Of Death!! In den letzten Jahren waren Mat und seine wechselnden Mitstreiter wieder eine Bank geworden in Sachen erdiger, authentischer und kraftvoller Heavy Rock/Metal mit Dreck und Niveau. Erste echte Lorbeeren verdienten sich SINNER Mitte der Achtziger mit noch heute hoch geschätzten Platten wie “Danger Zone” (1984) oder “Touch Of Sin” (1985). Danach durchlitt die Truppe eine längere kreative Talsohle, die eigentlich erst mit dem überraschend heftigen und entschlossenen Killer-Album “Judgement Day” (1997) endete. Sicherlich war es kein Zufall, dass sich etwa zur selben Zeit das Heavy-Metal-Kampfpaket PRIMAL FEAR mit Mat am Bass formierte. Zuletzt überzeugten SINNER mit dem bärenstarken Power-Album “Mask Of Sanity”, das vollgepackt war mit metallisch-mächtigen Hits der Extraklasse.

“Crash & Burn” lautet der viel versprechende Name der aktuellen Scheibe, und der Titel ist hier über die gesamte Strecke Programm, auch wenn das enorme Energielevel des Vorgängers nicht ganz erreicht wird. Doch dadurch, dass nicht mehr die ganze Zeit gebrettert wird, was das Zeug hält, rockt und rollt dieses Album wieder mehr. Großen Anteil daran dürfte die Rückkehr von Henny Wolter an der Gitarre haben, der ja seit den glorreichen THUNDERHEAD-Tagen als Rock’n'Roll-Sau vor dem Herrn bekannt ist. Folglich erinnert auf “Crash & Burn” so manches wieder eher auf sehr angenehme Weise an THIN LIZZY oder AC/DC. Am wichtigsten ist jedoch, dass SINNER es wieder einmal geschafft haben, gleich einen ganzen Haufen richtig toller Songs zu schreiben, die sich gnadenlos im Ohr festsetzen und live bestimmt granatenmäßig abgehen dürften. Man ziehe sich nur mal edlen Stoff wie ‘Crash & Burn’, ‘Heart Of Darkness’, ‘Revolution’ oder ‘Fist To Face’ rein und versuche dabei ruhig auf dem Stuhl sitzen zu bleiben. Das wird niemals gelingen!

Somit ist auch “Crash & Burn” ein sehr lohnenswerte Angelegenheit für jeden, der auf klassischen, gradlinigen Heavy Rock abfährt und für den es der schlimmste Albtraum ist, wenn seine Lieblingsband auf einmal anfängt, von Weiterentwicklung und musikalischen Experimenten zu reden. Da schadet es auch nicht mehr besonders, dass die kreative Spannungskurve gegen Ende der Scheibe etwas fällt: mit ‘Connection’ und ‘Like A Rock’ verstecken sich dort die am wenigsten spektakulären Nummern. Klar ist und bleibt jedoch, dass SINNER mit “Crash & Burn” genügend Volltreffer landen, um keinen einzigen Fan zu enttäuschen. Wie gehabt gilt für die Musik dieser Band die Prämisse: Play it fuckin’ loud!

Rating: ★★★★☆

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