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SIN STARLETT - Call to the punisher

Quam Libet records
2008

Sin Starlett aus der schönen Schweiz haben passend zur Weihnachtszeit ihre neue und zweite CD veröffentlicht. Anstatt dröger, unnützer Geschenke, ich denke nur mit Grausen an die Vorstellung das mir jemand eine CD von Slipkonot schenkt, weil es eben Heavy Metal sein soll, die sowieso weggeschmissen, weiterverschenkt oder umgetauscht werden, lieber was echtes, etwas das von Herzen kommt. Für alle Puristen und Verfechter der einzig wahren Werte ein Menü mit 10 Gängen, dass auf edelstem Stahl serviert wird. In der Rubrik „Einflüsse“ wird auf der My Space Seite vermerkt, „Heavy Metal of the 80ties und bei „Klingt wie“ steht kurz und knapp, „Raw Heavy Metal“. Schweizerisch einfach und doch so geschickt wie das helvetische Offiziersmesser. Sin Starlett stehen synonym für eine Zeitreise in eine Epoche, die zwar ewig greifbar sein wird und trotzdem unwiderruflich vorbei ist. Egal, wie sehr sich eine Band oder eine Person um Authenzität bemüht, sei es musikalisch oder mit Leder und ordentlich Nieten und Blech auf der Weste, der schmale Grad zwischen ehrlichem Anspruch und Lächerlichkeit kann ganz schön tückisch sein.
Entsprechend vorsichtig war ich trotz der Empfehlung eines Bekannten bei der ersten musikalischen Schnupperrunde. Der erste Eindruck, also der Blick auf das Coverartwork(irgendwo zwischen Judas Priest und Marshall Law) ließ die Hoffnung auf ein musikalisches Hörererlebnis der besseren Art schon ein wenig steigern. Titel wie „Addicted to Metal“ oder „Boozing days“ ließen darauf schließen, dass in den nächsten 50 Minuten kein Screamo, Aggro, Metalcore, was auch immer, die Ohren unnötig belästigt. Nach einem knapp gehaltenen Intro geht die muntere Jagd los. In Zeiten von Pro-Tools, Overdubbing bis zum abwinken und anderem technischen Schnickschnack, der jede noch so unfähige Band unnötig aufwertet macht es von mal zu mal mehr Spaß, „Call to the punisher“ zu hören. Egal, wer Pate stand, ob Iron Maiden, Saxon, die NWOBHM im allgemeinen, deutsche Verwandte wie z.B. Gravestone oder Hammerschmitt oder die heimischen Emerald, alle Einflüsse sind gut in den Bandeigenen Gesamtklang integriert worden und sorgen für gute Laune. Titel mit Laufzeiten von 5 und mehr Minuten werden nicht unnötig aufgeblasen, sind eher spartanisch gestaltet und kommen so ohne Kraftverlust über die Zielgerade. Als besondere Höhepunkte empfehlen sich neben dem Titelsong, „Addicted to metal“(einmal dabei, immer dabei) insbesondere das die CD beendende „Winds of fury“.
That` s it! That` s Metal! Das ist die einfache Variante eines Fazits, dass die Band wohl nicht anders wählen würde.

Rating: ★★★★☆

Ehrliche Userwertung:
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