

AFM Records
2008
So kurz vor Jahresende will ich die letzte Gelegenheit Nutzen ein Versäumnis des Jahres 2008 nachzuholen, und zwar möchte ich euch das PERZONAL WAR-Album “Bloodline”, das bereits im Mai bei AFM Records erschienen ist, ans Herz legen. Diese kampferprobte Band um Sänger/Gitarrist Matthias Zimmer und Schlagzeuger Martin Buchwalter veröffentlicht seit zehn Jahren regelmäßig gute bis sehr gute Platten, die vor allem bei den Anhängern früher und mittlerer METALLICA Anklang fanden und finden. Der Vergleich mit James Hetfields Bande verfolgt PERZONAL WAR in der Tat schon durch die gesamte Karriere, auch wenn man den Jungs sicherlich bescheinigen kann, dass sie im Laufe der Zeit eine eigene Songwriting-Handschrift entwickelt haben. Bei “Bloodline” handelt es sich um Studio-Album Nummer Sechs und natürlich gibt es auch hier wieder handwerklich perfekt in Szene gesetzten, flüssig komponierten und daher vorzüglich rein laufenden Thrash Metal mit Niveau und starken Melodien zu beklatschen. Wer also die letzten Werke der Label-Kollegen von HEADHUNTER und SQUEALER mochte, wird sich auch für “Bloodline” begeistern können. Auch scheuklappenfreie Fans der diesjährigen IN FLAMES-Scheibe und der seine (musikalischen) Eier noch besitzende Teil der Power-Metal-Fraktion sollten hier unbedingt mal reinhören.
Mit Björn Kluth am Bass und Daniel Düring als Lead-Gitarrist sind seit dem letzten Album “When Times Turn Red” zwei neue Mitglieder an Bord gekommen. Außerdem hat eine illustre Schar von Gästen an “Bloodline” mitgewirkt. So hat Victor Smolski (RAGE) zum Gelingen von ‘Utopia’ beigetragen, während Schmier (DESTRUCTION) und Willey Arnett (SACRED REICH) sich in der grandiosen Abrissbirne ‘Two Borders’ auftoben durften. Gus Chambers (ex-GRIP INC.) und Manni Schmidt (GRAVE DIGGER) mischen beim respektablen Donnerbalken ‘Shred’ mit. Besonders mächtig und gut geht auch der kräftig nach Bay Area duftende Opener ‘Evolution’ ab. Zudem kommt “Bloodline” in exzellentem, weil sowohl druckvollem, kantigem als auch differenziertem, transparentem Soundgewand daher. Kompositorische Durchhänger gibt es nicht zu verzeichnen, jede der elf Nummern kann sich wirklich sehen lassen. Was PERZONAL WAR auf diesem Werk (und ehrlich gesagt nicht nur da…) ein bisschen fehlt, ist der eine oder andere Song, der das Zeug zum Hit hat. Es gibt auf “Bloodline” bei aller Klasse zu wenig, das sich dermaßen unwiderstehlich und gnadenlos im Hirn festsetzt, dass man es am nächsten Morgen im Bus noch vor sich hin summt und auf die Knie trommelt. Schlimm ist das allerdings auch nicht, mir persönlich ist ein durchweg gutes, kompaktes Album allemal lieber als eine Platte mit drei Killer-Tunes und schrottigem Rest. Daher zeigen die Daumen für PERZONAL WAR eindeutig steil nach oben.
Rating: 



