grunge
    CD-Reviews      Konzert-Reviews      Interviews      Visions      Tourdaten      Metal-Videos
news


OLYMPOS MONS - Medievil

Scarlet Records
2007

Der größte bekannte Vulkan unseres Sonnensystems befindet sich auf dem Planeten Mars in der Region Tharsis und trägt den hübschen Namen OLYMPOS MONS, wohl in Anlehnung an das Hauptquartier der antiken griechischen Götter. Dieser 26 Kilometer hohe Gigant erstreckt sich über eine Fläche von der Größe Deutschland, allein der Krater hat einen Durchmesser von etwa 80 Kilometern und fällt bis zu drei Kilometer steil in die Tiefe hinab. Dass die Musik der finnischen Symphonic Melodic Metaller, die sich nach diesem erhabenen Ort benannt haben, ebenso beeindruckend ist, kann ich nicht behaupten. Doch ansprechend und ordentlich gemacht ist sie allemal.

OLYMPOS MONS debütierten vor drei Jahren mit einem ganz ansehnlichen Album namens “Conquistador”. Die Kritiken waren überdurchschnittlich gut, doch in Anbetracht der mächtigen und renommierten Genre-Konkurrenz ging die Scheibe ziemlich unter. Limb Music verloren daher auch recht schnell wieder das Interesse an der Band, so dass der Nachfolger “Medievil” jetzt bei Scarlet Records erscheint. Genau dort würde man den Sound der Finnen wohl auch vermuten. Wie der Titel unschwer erahnen lässt, behandelt das Album den Themenkomplex “Mittelalter – Romantik – Heldengeschichten – Hexenverfolgung”. Bei den ersten Durchläufen fällt auf, dass diese vier Herren ihr Handwerk sehr gut beherrschen, die Songs sind flüssig arrangiert, die Klassik-Einschübe und Chöre sitzen, Pathos und Drama sind im erträglichen Bereich und die Produktion ist bundesligatauglich. Stilistisch sind OLYMPOS MONS weiterhin irgendwo in der Grauzone zwischen frühen Angra, Sonata Arctica, Avantasia und Rhapsody zu finden.

Insgesamt bringt “Medievil” durchaus Freude in die heimischen vier Wände, aber so richtig auf den Latschen und vom Hocker haut mich die Platte nicht. Dafür fehlt es der Musik einfach an Kreativität, Leidenschaft, Natürlichkeit und vor allem an Überraschungsmomenten. Dabei hat das Album durchaus seine Momente. ‘The emperor’s return’ ist ein mitreißender, hymnischer Song mit Ohrwurmchorus. ‘Wolves’ überzeugt durch den hübschen Kontrast zwischen aggressiven Gitarren und orchestralem Grundgerüst und punktet mit tollen Gesangslinien. Zu dem getragenen, feierlichen ‘Fire and ice’ würde ich gerne mal ein Eiskunstlaufpaar tanzen sehen. Doch viele Passagen plätschern auch am Hörer vorbei ohne bleibende Eindrücke zu hinterlassen.

Fazit: “Medievil” ist gefällig, unterhaltsam und tut keinem weh. Ob das allerdings reicht, wage ich zu bezweifeln. Man muss schon verdammt gute, originelle Songs schreiben, um im massiv überbevölkerten Symphonic Metal-Land eine dauerhafte Duftmarke zu hinterlassen. Was OLYMPOS MONS eben noch fehlt sind Charakter und eine gewisse Eigenwilligkeit. Gelingt es der Truppe nicht hier zuzulegen, wird sie sich wohl dauerhaft mit einem Platz in der zweiten Reihe begnügen müssen.

Rating: ★★★☆☆

Ehrliche Userwertung:
(Wie findest du OLYMPOS MONS - Medievil ?)
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading ... Loading ...

OLYMPOS MONS - Medievil im Netz

Die Kommentare sind deaktiviert.

grunge