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NECRODEATH - Draculea

Scarlet Records
2007

Seit mindestens einem Vierteljahrhundert nun knüppeln sich die Italiener NECRODEATH mit ihrem fiesen, rabenschwarzen Thrash durch die Extrem-Metal-Szene. Besonders die Frühwerke “Into the macabre” (1987) und “Fragments of insanity” (1989) haben in einschlägigen Kreisen einen legendären Ruf. Lange war es zwischenzeitlich still geworden um das Quartett, doch seit einigen Jahren gibt es mehr oder weniger regelmäßig neue Studiowerke zu verzeichnen. Besondere Originalität und Kreativität waren noch nie die Markenzeichen dieser Truppe mit dem selten dämlichen Namen. Wer allerdings auf der Suche nach einfachem, brutalem, und schnellem Thrash mit keifenden Vocals war, wurde eigentlich immer gut bedient. Nachdem “Ton(e)s of hate” (2003) leider sehr wenig aufregend, sondern vielmehr arg inspirationslos daher kam, war “100% hell” im vergangenen Jahr wieder ein ordentliches Brett, das den Anhang glücklich gemacht haben dürfte. Nun liegt mit “Draculea” das nächste räudige Stück Gebretter aus dem Hause NECRODEATH vor, bei dem es sich um ein Konzeptalbum über das Leben des Vlad Tepes handeln soll. Herr im Himmel, ein noch intensiver abgegrastes Thema wie dieses dürfte sich wohl kaum finden lassen. So weit, so schlecht…

Letztlich verzeiht man den Jungs aber diese olle Kamelle gern, denn musikalisch präsentieren sich die Leichenfledderer um Frontmann Flegias zunächst mal konzentriert und treffsicher wie schon lange nicht mehr. Hat der geduldige Fan das vierminütige Hörspiel-Intro (Hallo, Manowar!) endlich überstanden, wird er gleich mit einem akustischen Fusstritt in den Magen namens ‘Smell of blood’ begrüßt: heftiges Geknatter am Anfang, sehr geile Riffs, viehische Vocals – blutrünstiges Herz, was willst du mehr? Das schleppende ‘Party in Tirqoviste’ kommt dann nicht so recht aus dem Quark, das Geflüster und Geröchel mag ja atmosphärisch oder so etwas sein, aber hier passiert einfach zu wenig. Ganz anders dagegen ‘Fragments of insanity’, das allerdings eine Neueinspielung der bereits vom gleichnamigen Album bekannten Nummer ist. Auf jeden Fall passt dieser ultrabrutale Metzger-Song zum Image des Kollegen Tepes und richtig klasse ist er auch immer noch. Ein bisschen viel an Aufgewärmtem wird es dann, wenn man kurze Zeit später auch noch eine, zugegebenermaßen aber ziemlich gelungene Cover-Version von “Countess Bathory” vorgesetzt bekommt. ‘The golden cup’ überrascht dann mit wabernden Didgeridoo-Klängen (sic!!) und wirkt zunächst wie eine urtümliche Dämonen-Beschwörung, um sich schließlich in eine ziemlich coole, eingängige Instrumental-Nummer mit sehr schönen Gitarrensoli zu verwandeln. Mit ‘Impaler prince’ schließt sich eine weitere, ausgesprochen leckere Thrash-Abrissbirne der monströsen Art an, bevor das Album mit einem waschechten SloMo-Gothic-Track namens ‘V.T. 1476′ endet.

Fazit: NECRODEATH haben auf “Draculea” mit ‘Smell of blood’, ‘The golden cup’ und ‘Impaler prince’ einige ihrer besten Songs verewigt und erneut bewiesen, dass sie im peitschenden Uptempo die beste Figur abgeben. Von den langsameren, düsteren Nummern mag ein jeder halten, was er will, ich finde sie nicht immer wirklich prickelnd. Auf der Habenseite kann man zudem die zwei Cover, eines von sich selbst und eines von Venom, verbuchen. Das mag unterm Strich ein bisschen wenig sein für den Preis eines vollen Albums, doch eine gute Platte, die beste der Italiener seit langem, ist “Draculea” allemal.

Rating: ★★★½☆

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