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LIQUID HORIZON - Revolutions

Artist Service
2007

Die Mannheimer LIQUID HORIZON sind mir 2003 zu ersten Mal begegnet, als man mir deren Demo-CD “Zen garden” zur Besprechung vorlegte. So richtig begeistern konnte mich der sehr melodische Prog Metal der Truppe damals nicht. Vier Jahre später angele ich nun also den zweiten Longplayer des Quartetts in meinem Briefkasten. Ich gestehe, dass das zwischenzeitliche Album “Urban legends” (2005) komplett an mir vorbei gegangen ist. Erfreulicherweise haben sich LIQUID HORIZON seit unserer letzten Begegnung klar gesteigert. Die Songs auf “Revolutions” sind um einiges zwingender und schlüssiger ausgefallen, Oliver Kilthau spielt an der Gitarre deutlich entschlossener und bestimmter auf, die Melodien verlieren sich nicht mehr so oft im Nichts und die Kompositionen sind straffer arrangiert. Außerdem stehen die verstärkt zum Vorschein kommenden, episch-theatralischen Elemente der Band sehr gut zu Gesicht. So entsteht ein durchaus origineller Sound, den man in besonders lichten Momente vielleicht mit frühen Vanden Plas oder den Münchenern Dreamscape vergleichen könnte; man lausche nur mal dem sehr starken ‘Freedom’ mit seinen tollen Gesangslinien oder dem knackig-harten ‘Revolution’, das den Mittelteil einer Trilogie über die französische Revolution bildet, das ist schon wirklich leckere Prog-Kost. Die Texte kreisen übrigens, wie der Albumtitel schon andeutet, um den ewigen Kampf für die Freiheit.

Allerdings ist das alles auch noch kein Grund in grenzenlosen Jubel auszubrechen. Mir persönlich ist das Keyboard weiterhin viel zu präsent, zumindest gemessen daran, wie wenig es eigentlich macht und zum Gelingen der Songs beiträgt. Außerdem fehlt manchen Nummern einfach immer noch der letzte Biss, der Schwung, die göttliche Inspiration, der absolute Siegeswille. Als Beispiel sei der Opener ‘Battle entrance’ genannt, der sehr spannungsvoll anfängt, aber dann in der Strophe doch allzu nett und beliebig vor sich hin plätschert. Das folgende ‘Sacred ground’ fängt auch super an mit einer einfachen aber doch wirkungsvollen Piano-Melodie und wiederum exzellenten Vocals, doch der Refrain kackt dann zumindest in meinen Ohren ziemlich ab. Somit gibt es immer noch Arbeit für LIQUID HORIZON, doch mit “Revolutions” sind sie ganz klar auf einem guten Weg, denn unterm Strich überwiegen immerhin die überzeugenden, spannenden Momente. Die Zielgruppe sollte hier auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren, und sich nicht vom arg klischeehaften Cover abschrecken lassen, dass laut Booklet übrigens ein Herr mit dem kultigen Namen Willi Hinterthür gezeichnet hat.

Rating: ★★★½☆

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