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KATAKLYSM - Prevail

Nuclear Blast
2008

Ich gehöre ja zu dem Teil der Menschheit, der die Kanadier KATAKLYSM bereits seit den kultigen frühen Releases Mitte der Neunziger ins Herz geschlossen hat. Dabei war es gerade das manchmal leicht chaotische, einigermaßen irre Gehacke, das den fiesen Charme solcher Abrissbirnen wie “Sorcery” oder “Temple Of Knowledge (Kataklysm ‘Part III)” ausmachte. Irgendwie war von Anfang an klar, dass KATAKLYSM eines Tages erwachsener und ausgewogener werden würden, spätestens nach dem Wechsel zu Nuclear Blast zur Jahrtausendwende. Während “Epic: The Poetry Of War” und mit leichten Abstrichen auch “Shadows & Dust” noch mächtige Hammer-Alben waren, verlor sich die Band allerdings in den letzten Jahren mehr und mehr in grooviger Midtempo-Beliebigkeit. Der letzte Longplayer “In The Arms Of Devastation” war jedenfalls für mich eine herbe Enttäuschung.

Mit “Prevail” nun machen KATALYSM nach meinem Dafürhalten mehrere große Schritte in die richtige Richtung, denn diese Platte ist über weite Strecken endlich wieder der ersehnte Stahlkappenstiefel-Tritt in die Magengrube. Mit dem äußerst eingängigen Opener und Titelsong hat man einen kleinen Hit an den Anfang gestellt, der ordentlich ballert und doch auch den Skandinavien-hörigen Otto-Normal-Deather befriedigen wird. Doch die wahren Göttergaben dieser Scheibe sind apokalyptischen Brecher vor dem Herren namens ‘The Chains Of Power’ (Hell, yeah!!), ‘As Death Lingers’, ‘The Vultures Are Watching’ oder ‘Tear Down The Kingdom’ (Herrlich!!). Hier besinnen sich KATAKLYSM endlich mal wieder auf bewährte Tugenden und holen den Knüppel aus dem Sack – und das nicht zum Selbstzweck, sondern mit Stil und Niveau. Selbst ein simpler Midtempo-Stampfer wie ‘Taking The World By Storm’ wird heute wieder mit einem wunderbar hysterischen Geprügel-und-Gekeife-Chorus ausgestattet. Einziger wirklicher Ausfall ist meiner Ansicht nach das schrecklich langweilige ‘Blood In Heaven’ mit seinen aufdringlichen Melodic-Death-Leads. Das machen doch schon 10.000 andere Bands, und nicht wenige davon klar besser.

Summa summarum kann man “Prevail” durchaus wieder das Prädikat “Killer-Album” an die Brust heften. So zwingend und unterhaltsam wurde man im Hause KATAKLYSM schon lange nicht mehr vermöbelt. Geil!!

Rating: ★★★★½

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