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HEINRICHREICH - Druid

2009

 

Self-released

 

http://www.myspace.com/heinrichreich

 

 

Denkt an Irland. Dann denkt an Black Metal und kombiniert diese Gedanken mit Folk Melodien. Was kommt euch da ohne Frage in den Sinn? Richtig. Primordial. Während die meisten sich wohl einig sind, dass Nemtheanga und seine Mannen die unbestrttenen Könige der irischen Metalszene sind, dürften gerade Black Metal Puristen von deren kommerziellen Erfolg und den mittlerweile schon fast zu ruhigen, äußerst theatralischen Kompositionen angewidert sein. Wer dennoch seine tägliche Dröhnung Black Metal mit einem Schuss Folk garnieren möchte, ohne dabei in sinnbefreite Spaßabgründe der Marke Finntroll abzurutschen, und Irland als weißen Fleck auf der Metal-Landkarte zu betrachten, der sollte mal bei HEINRICHREICH reinhören. Die neue Scheibe „Druid“ geht nämlich genau in Richtung roh, brutal, eiskalt klirrend und trotzdem folkig garniert. Das Folk-Intro „Cill an disirt“ ist schön anzuhören, aber noch ziemlich nichtssagend. Erst bei „Legend of the Banshee“ merkt man, in welche Richtung es gehen soll. Fast schon überdrehte, sehr schnelle Folkmelodien treffen auf gewalttätig dröhnenden, verwaschen produzierten Black Metal mit sehr bösem Gekeife. Klingt fast so, als würde jemand mitten auf einem Schlachtfeld Tanzmusik spielen. Das folgende „Blood and Soil“ entpuppt sich als mitreißend-dynamisches Stück mit wuchtigen Riffs, dass einen gnadenlos im Nacken packt und Matten kreisen lässt. Bei „Castles in Neslusa Forest“ kann man dann die musikalischen Einflüsse von HEINRICHREICH ganz genau zuordnen. Roher Black Metal der frühen 90er mit dem leicht freakigen Einschlag von Taake, der epischen Ausrichtung von Graveland und der atmosphärischen Dichte von Burzum. Keine besonders sympathischen „Vorbilder“ (zumindest für den Schreiberling), aber dennoch gut gemacht. Mit „Samhain“ wird dann bewiesen, dass man auch die ganz brutale Black Metal Schule nicht ausgelassen hat. Frostig-monoton-klirrend wird hier rumgeprügelt, bis plötzlich zart-verträumte Piano Klänge das Inferno unterbrechen. Kaum haben sich die Ohren ein wenig entspannt, bricht aber schon wieder die Hölle über einen herein. Kaum ist „Samhain“ überstanden, knallt einem auch schon „Slavic Feast“ auf den Schädel. Gut platzierte Blastbeats und verzerrte Folkmelodien sorgen für ein ungewohntes Hörerlebnis, dass anfangs noch sehr viele Fragezeichen hinterlässt, jedoch bei mehrmaligem Hinhören immer mehr Sinn ergibt. Dass Black Metal dem Death Metal in Sachen Brutalität in nichts nachstehen muss, das beweist „Immortal March“. Der Song stampft wütend und brutal nach vorne, hinterlässt eine Schneise der Verwüstung und sorgt mit richtig irren Keyboard Loops für Verwirrung. Burzum lässt grüßen. Das erholsame Interlude „An Gorta Mor“ mit seinen zarten Folkmelodien und den mystischen Keyboards hingegen ist eine Reise in eine verzweifelte, traurige und düstere, aber dennoch irgendwie beruhigend schöne Welt. Gut gemacht. „Dying Emotions“ ist auch verzweifelt, traurig und düster. Aber schön ist was anderes. Das hier hat schon etwas suidales, etwas zerstörerisches mit abgefahrenen Soundspielereien, die durchaus in Richtung Industrial angesiedelt sind. Den Abschluss macht dann „Green Fields of Hibernia“. Das anfängliche „Legend of the Banshee“ Thema wird nochmal aufgegriffen. Also schneller Folksound gepaart mit heftigen Black Metal Attacken und dem fiesen, hasserfüllten Krächzschreien von Jörg Heinrich.

Neugierig gewordene Schwarzheimer sollten gleich mal die myspace-Seite besuchen.

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