

Für mich blieb vor Erscheinen des „Demolition MMXIII“ Demos nur die Frage, ob der Chaosdreier seine Spielfreude und den schräg-schwarzen Humor auch im mp3 Format rüberbringen kann. Die ganz klare und eindeutige Antwort lautet: JA! Und wie! Der Sound des Demos ist angenehm roh und kantig produziert – hervorragende Voraussetzungen also für diese Art von Musik! Zwar kommen die Vocals dadurch bei weitem nicht so heftig und brutal rüber wie bei Auftritten, aber damit kann man Leben. Wenn man das erste Filmschnipsel-Intro (ich glaube zumindest, dass es eines ist) überstanden hat, wird man förmlich überrollt. „Catholic Morality“ (laut Aussage von Ernesto der einzige Song mit ernsthafter Message) ist ein feister Crust/Grindbastard, bei dem ohne Rücksicht auf Verluste drauflosgeholzt wird. Auch „Japanese Wisdom I“ lässt nicht gerade viel Platz für innovative Momente oder Spielereien – wie auch, in gerade mal 8 Sekunden? Also voll im Grindcoremodus drauflosgeschreddert… so muss es sein! Doch wer nun glaubt, es mit einer 08/15 Grindtruppe zu tun zu haben, der hat sich getäuscht. In „Frenzy at the Mall“ offenbaren sich weitere Einflüsse der Band. Hardcoretaugliche Gangshouts und verdammt schnelle Punkrhythmen tauchen auf und machen den Song moshpit- und mitgröltauglich. Die zweite japanische Weisheit ist in nette Filmschnipsel mit japanischem Geplapper eingebaut – und metzelt dann in sekundenschnelle alles nieder. Kranker Scheiß! „F.T.A.M.“ schlägt dann in eine ähnliche Kerbe wie „Frenzy at the Mall“ und verbindet gekonnt die besten Elemente aus Crust, Grind, Hardcore, Punk und Death Metal. Nach einer weiteren erleuchteten Weisheit aus dem fernen Japan bewegen wir uns auch schon auf das Ende zu. Bei „Fuck the Lyrics“ gehen F.C.H. noch mal richtig zur Sache und prügeln was das Zeug hält bevor abschließend die „Ballad of the lonely Bootboi“ für kreischende Teenagermädels und schwärmende Mütter sorgt. Ihr glaubt mir das nicht? Würde ich auch nicht. Trotzdem ist dieser Song das, was den meisten Veröffentlichungen in den letzten Jahren gefehlt hat: Ein Hit! Ich höre jeden Tag… 100 – 200 Songs (keine Ahnung?), aber einen solch anhänglichen Ohrwurm hatte ich schon ewig nicht mehr. Auch live ist „Ballad of the lonely Bootboi“ ein besonderes Erlebnis. Bei diesem Stück haben wir es mit einer astreinen Oi!Punk Nummer zu tun, die ziemlich dreckig, angepisst, stinkend und besoffen grölend auf einen zukommt. Wer hier nicht spätestens beim zweiten Durchlauf mitgrölt, dem ist nicht mehr zu helfen. Fazit: Es ist schon erstaunlich, wie leicht man mich mit lärmenden Gitarrenschrammelattacken, Blasts am laufenden Band und etwas Gebrüll überzeugen kann. Ich kann es aber jedem nur ans Herz legen, einfach mal bei unten angegebenem Link reinzuhören und sich überraschen zu lassen. F.C.H. machen ehrliche Musik, die keinerlei Trends folgt und allem und jedem den Mittelfinger zeigt. Und das beste ist: Bei rapidshare kann das Demo KOSTENLOS und LEGAL runtergeladen werden. Den Link dazu findet ihr auf der myspace-Seite der Band. Und falls sich irgendwann für einen von euch die Möglichkeit bietet F.C.H. live zu sehen – geht einfach hin und feiert. Eine bessere Wochenendbeschäftigung fällt mir im Moment auch nicht ein. Bis dahin gröle ich mal weiter die Ballade vom traurigen Stiefeljungen (-:
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