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FIVE FIFTEEN - Alcohol

Sweden Rock Records
2008

Die Finnen von FIVE FIFTEEN gehören inzwischen auch schon zu den Veteranen im Hard-Rock-Geschäft. Auf acht Studioalben und ausgedehnte, weltweite Tourneen kann die Formation um Frontmann Mika Jarvinen inzwischen zurückblicken, doch zum Durchbruch auf breiter Ebene hat es nie gereicht. Zumindest hierzulande sind FIVE FIFTEEN allenfalls ein Insider-Tipp. Studioalbum Nummer Neun mit dem appetitlichen Namen “Alcohol” hat zumindest einen Preis sofort gewonnen, nämlich den für das abstoßendste Cover. Dort kann man nämlich den Albumtitel auf die Innenseite einer heruntergezogenen Unterlippe tätowiert lesen. Sieht in der fleischigen Nahaufnahme alles andere als ästhetisch aus. Was soll’s, schließlich kommt es auf die Musik an, und die ist durchaus hörenswert.

FIVE FIFTEEN sind von den großen alten Helden des Hard Rock und Rock’n'Roll beeinflusst, am ehesten hört da Reminiszenzen an Uriah Heep, Cheap Trick und The Who heraus. Die Jungs verstehen es auf jeden Fall, super easy ins Ohr gehende und dabei durchaus originelle Songs zu schreiben, die überwiegend viel Spaß machen. Das klappt besonders gut bei mitreißenden Hymnen wie ‘Till the next time to say goodbye’, stimmungsvollen, Geschichten erzählenden Songs wie ‘Fill your head with rock’ und Arsch tretenden Power-Rockern wie ‘Mrs Death pays a visit at On The Rocks’. Solche Kracher kann man sehr schnell mitsingen, ohne dass sie abnutzen, tolle Mucke für die Grillparty oder die lange Autofahrt mit Pfiff und Niveau.

Es gibt aber auch Songs auf “Alcohol”, die mir etwas zu aufdringlich eingängig sind, und andere, denen der Schwung und die zündende Idee fehlt. FIVE FIFTEEN sollten es mit dem familienfreundlichen Rock’n'Roll-Pathos nicht übertreiben und ihre Finger vom BEATLES-Erbe lassen, das steht ihnen nicht besonders gut zu Gesicht. So muss man sich zwischen den vielen tollen Nummern auch immer mal wieder Durchschnitt wie ‘Dollhouse’ oder ‘Northern boy blues’ anhören. Aber was heißt schon “muss”, für solche Fälle gibt es ja die Skip-Taste. Unterm Strich ist “Alcohol” jedenfalls trotzdem eine gute Platte, denn die lichten Momente überwiegen klar, vor allem während der ersten Halbzeit. Wäre das Teil nur etwas kompakter und kantiger ausgefallen…

Rating: ★★★½☆

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