

2008 Napalm Records
9 Tracks (52:34)
Meine Güte! Melancholischer ging es wohl nicht, was? Das muss man DRACONIAN neidlos anerkennen! Wie man schwermütige Melodien und düstere Atmosphären schafft, haben die Schweden drauf. Durch ihrem starken Gothic Metal, der nur hier und da noch an Doom erinnert, kann die Band auf eine nicht gerade kleine Anhängerzahl hinabschauen, die bedenkenlos die Musik der Gruppe adaptiert.
Das wird sich auch mit dem neuen Album „Turning Season Within“ nicht ändern. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Werken geht die Band hier und da auch mal schneller zugange, was der Musik durchaus steht. Die 9 Tracks sind dennoch allesamt düster, von tiefer Melancholie geprägt und werden den modernen Gothicfans mörderische Träume bereiten.
Anspieltipps sind auf „Turning Season Within“ nur sehr schwierig zu nennen, da sich alle Tracks auf einem gleich hohen Level bewegen. Wenn herausragende Songs genannt werden sollen, dann sicherlich „Seasons Apart“, „When I Wake“, „The Failure Epiphany“ und „The Empty Stare“.
Vor allem das gekonnte Zusammenspiel der Vokalisten Lisa Johansson und Anders Jacobsson, auf der einen Seite Anders Growls, auf der anderen Lisas Elfengesang, ist klasse umgesetzt worden und bietet einen starken Kontrast zueinander. Aber auch die Instrumentalisten sollten hier nicht unbeachtet bleiben. So zocken allein schon die Gitarristen Johan Ericson und Daniel Arvidsson eine Gitarrensalve nach der anderen aus dem Handgelenk und diese ganz im Stil der verschiedenen Doom-Gottväter. Die saubere Produktion wuchtet die einzelnen Instrumente heftig aus den Boxen, was bei erhöhter Lautstärke verdammt geil klingt.
Ein abschließendes „Fans von XYZ werden das neue Album lieben“ erspare ich mir an dieser Stelle, da DRACONIAN nicht auf diese eine Schublade degradiert werden sollen. Selbst der geneigte Heavy-Metal-Fan an sich könnte mit den Tracks etwas anfangen. Daumen hoch!
Rating: 



