

Scarlet Records
2007
Wahrscheinlich bin ich nicht der Richtige für diese Rezension. Das Meiste, was sich da in den letzten Jahren so drängelt zwischen Hardcore und Groove-Metal aus den Neunzigern tangiert mich nur sehr peripher. Trotzdem werde ich mal einen Versuch starten, euch die Musik von DEMIA zu erklären. Die Holländer mischen aus viel Machine Head-Drive und Lamb Of God-Aggression, einer ordentlichen Portion psychotischem Metalcore und etwas eingestreutem Slipknot-Stakkato einen Sound, der vor allem und in erste Linie mal ordentlich ballert. Die seltsam dumpfe, aber trotzdem druckvolle Produktion von Logan Mader (Machine Head) und Lucas Banker (Junkie XL) verleiht “Insidious” einen eigenwilligen Charme. Die gesangliche Vielseitigkeit ist bemerkenswert – oder sollte ich besser sagen, ich war überrascht festzustellen, auf wie viele verschiedene Arten man Brüllen oder Flüstern kann. Die nachdenklich-ruhigen Einschübe gefallen mir eigentlich am besten, da kommt wenigstens mal so etwas wie Atmosphäre auf. Zudem lassen diverse energische Bay Area Thrash-Ausbrüche aufhorchen, mit ‘Evolutional regression’ gibt es sogar eine Nummer, die fast gänzlich unter diesem Motto. Versteht sich fast von selbst, dass dieser Song mir als Metal-Veteran am besten reinläuft. Ansonsten fällt es mir schwer, irgendwas herauszuheben. Die meiste Zeit spielen die Gitarren halt die Genre-üblichen Riffs und Noten, die Rhythmusgruppe donnert zornig durch die Botanik und der Frontmann brüllt sich dazu die Seele aus dem Leib. Die meisten Lieder kann ich immer noch nicht wirklich voneinander unterscheiden, muss ich gestehen. Mich beeindruckt zwar grundsätzlich die enorme Härte und Aggressivität wie am Anfang von ‘Prey’, doch da gehen mir DEMIA dann wieder nicht weit genug. Wenn ich richtig modern auf die Fresse will, lege ich doch lieber was von The Red Chord oder so ein. Diese Jungs hier verfallen immer wieder in die gleichen musikalischen Schemata mit diesen krassen, schwerfällig stampfenden Einschüben, die wohl so etwas wie Dynamik erzeugen sollen, aber die Songs regelmäßig abwürgen. DEMIA können sich auf “Insidious” von den Genre-Fesseln einfach nicht lösen. Wirklich schlecht ist das hier Dargebotene aber nicht, Genre-Aficionados können durchaus mal reinhören. Witzig finde ich übrigens, dass die Band früher mal Cancelled hieß. Ob die unter diesem Namen wohl überhaupt Zuschauer in ihren Konzerten hatten?
Rating: 



