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CROM - Vengeance

Pure Steel Records

2008

Bis in das Jahr 1997 lässt sich die musikalische Vita von Walter Grosse alias Crom zurückverfolgen. Neben Aktivitäten bei Tears of Time Dark Fortress und Sindecade, wurde parallel und dann hauptsächlich die eigene musikalische Vision verwirklicht. Vorherige Veröffentlichungen, von denen es einige gibt, sind spurlos an mir vorbeigerauscht. Ob ich da was versäumt habe oder ob es eine klare musikalische in diese aktuelle mündende CD Richtschnur gibt, darüber kann nur spekuliert werden.
Was der Mastermind hinter diesem Projekt als majestätisch melodisches Schwermetall bezeichnet, trifft den berühmten Nagel fast auf den Kopf. Wer jetzt schon ganze Heerscharen von minderbegabten italienischen Gigolos, die mit billigen Kaufhausgitarren bewaffnet Fantasiegeschichten der hanebüchensten Art zum besten geben, vor seinem geistigen Auge vorbeiziehen sieht, kann hier und jetzt kräftig durchatmen. Crom hat ein Klangspektrum erschaffen, dass Quorthon bzw. Bathory keine Schande bereitet, im US amerikanischen Metal der achtziger Jahre beheimatet ist und auch Erinnerungen an noch frühere Bands aufkommen lässt. In „The restless king“ entsteht in knapp sechseinhalb Minuten eine schwelgerische Atmosphäre, die bombastische Chorgesänge(warum habe ich immer „Lady in black“ im Kopf?) neben die musikalische Genialität von Kansas stellt, bei der akustischen Einleitung ganz kurz an „Hotel room“ der Edgar Broughton Band erinnert, dann an der heroische Erhabenheit der ganz frühen Manowar denken lässt und bei Manilla Road ist noch lang nicht Schluss. So und nicht anders wird Genialität definiert! Kaum noch zu steigernde, lediglich durch Akustikgitarre und Gesang erzeugte Gänsehautstimmung wie bei „Crom“, bedarf es da eines Orchesters und nachträglich im Studio erzeugter Theatralik? Der Reigen von Titeln mit Ewigkeitscharakter wird mit „Vengeance Part 1, the cause“ mit genial herausgespieltem Speed Metal in den zweiten Teil übergeleitet, wo „Hammerheart“ als eine von vielen Referenzen einen würdigen Nachfolger zur Seite gestellt bekommt. Dezent folkloristisches wie „Unchain the hero“ steht in einem guten Kontrast zur akustischen Feststellung „A life unbearable“, was wiederum perfekt zu „The stars will fall“ passt und für die senilen Lendenschurzphilosophien von Manowar eine erneute Lehrstunde sein sollte. Wer an Tyr( die von den Faroer Inseln) einen Narren gefressen hat, sollte eine unbedingte zu empfehlende Hörprobe mit „Hammer of the gods“ beginnen. Das abschließende „Fire“ ist dann eine letzte Quintessenz der musikalischen Offenbarung, die in der Jahresendabrechnung nicht unter ferner liefen abgehakt wird.
Sind Schlussgedanken wirklich nötig? Würde nicht ein einfaches „sofort kaufen oder für immer ein unwissender Pimpf bleiben“ reichen? Im Prinzip schon! Also tut euch und euren Ohren den Gefallen, gibt Crom und seiner musikalischen Weltanschauung die Chance, die anderen verwert bleiben sollte. Denen, die uns mit Banalitäten und Ohrenfolter genug gequält haben. Wie heißt es so treffend im Werbespot einer Autofirma? „It` s time for another revolution“!

Rating: ★★★★★

Ehrliche Userwertung:
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