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CORONATUS - Lux noctis

Massacre Records
2007

Jetzt ist es so weit, eines Tages musste es soweit kommen! Könnte mal jemand bei den finnischen Bombast-Metallern Skyward anrufen und ihnen sagen, dass sie vom ersten Platz verdrängt wurden? Denn den Titel des authentischsten Nightwish-Clones haben die Ludwigsburger CORONATUS mit ihrem Debüt “Lux Noctis” souverän errungen. Eine exaktere 1:1-Kopie des “Oceanborn”-Sounds geht kaum. Das mag einige ärgern und andere vielleicht gar nicht interessieren, doch man muss der Truppe mit den zwei Sängerinnen zugute halten, dass sie handwerklich sehr ordentliche Arbeit geleistet haben und es durchaus auch verstehen, gute Songs zu schreiben. Besonders hübsch funktioniert das Ganze, wenn man ganz zaghaft mal andere Einflüsse zulässt, wie diese Häppchen Mittelalter-Folk in der besten Nummer ‘Silberlicht’, oder der eine oder andere Blick in Richtung Light-Version von Therion, zum Beispiel im sehr schönen ‘Ich atme Zeit’. Ich persönlich kann das allerdings nur bedingt genießen, denn CORONATUS überschreiten meine ganz eigene Plagiat-Schmerzgrenze bei weitem. Immer wieder schießt es mir durch denn Kopf: “Oh Himmel, schon wieder ein typischer Nightwish-Part…” Wenn ich “Oceanborn” hören will, Freunde, lege ich “Oceanborn” auf!!

Hinter CORONATUS stecken übrigens einige Mitglieder der Schlager-Gothic-Gurkentruppe Illuminate. So gesehen kann man schon fast froh sein über eine Nightwish-Kopie – es hätte viel schlimmer kommen können. Schöner wäre es allerdings gewesen, wenn das Produzenten-Duo Markus Stock und Tobias Schönemann (The Vision Bleak) der Scheibe ihren Stempel etwas stärker aufgedrückt hätten. Was man stattdessen nur heraus hört, ist das inzwischen allgegenwärtige Finnvox-Mastering. Der Fairness halber möchte ich noch mal betonen, dass das bestimmt keine schlechte Musik ist, die CORONATUS auf “Lux noctis” zum Besten geben. Die Melodien tänzeln zwar etwas beliebig, aber durchaus gefällig durch die Lieder, die Gitarrenarbeit ist zwar alles andere als kreativ, aber durchaus kraftvoll und tragend, und die Gesangsleistung kommt erstaunlich nahe an Tarja-Regionen heran. Vielleicht wird ja manch einer gerade wegen der offensichtlichen musikalischen Parallelen diese Scheibe lieben. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. Wer glaubt, so eine Platte zu brauchen, kann aufgrund der soliden Qualität ruhig zugreifen.

Rating: ★★½☆☆

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