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BRIDE - Skin For Skin

Retroactive Records / Music Buy Mail
2008

Die christliche Metal-Formation BRIDE aus den Vereinigten Staaten feiert in diesem Jahr ihr 25jähriges Jubiläum und kann auf eine Veröffentlichungsliste zurückblicken, die mindestens bis zum See Genezareth reicht. Ich kann mich wage erinnern, ab und zu mal auf eine Rezension zu einem Album dieser Truppe gestoßen zu sein, mit eigenen Ohren hatte ich bis zum hier zur Diskussion stehenden Longplayer “Skin For Skin” noch nicht das Vergnügen. Etwas Recherche in meinem Bekanntenkreis ergab, dass irgendwie keine nicht besonders christliche Menschenseele etwas mit dem Namen BRIDE anfangen kann. Irgendwie scheint das, was man früher als White-Metal-Szene bezeichnete, immer noch eine ziemlich abgeschottete Community zu sein. Wie dem auch sei, eine solche Unwissenheit sollte man als Chance begreifen, sich völlig vorurteilsfrei und unbefangen mit einer Band zu befassen.

Das allererste Ergebnis dieser Beschäftigung mit “Skin For Skin” ist, dass die Platte stilistisch total schwer einzuordnen ist. Hier trifft heftig groovender 1990er-Metal auf klassischen amerikanischen Heavy Rock und ein kleines bisschen moderates Hardcore-Flair. Mir kommt das manchmal vor, als würden freundlich gestimmte SUICIDAL TENDENCIES mit einer Melodic-Metal-Band aus den Achtzigern jammen. Klingt komisch, aber besser kriege ich das in würziger Kürze nicht beschrieben. Die einzelnen Songs sind dann auch recht unterschiedlich ausgefallen. Der Titelgebende zum Beispiel ist eine in den Strophen thrashige Nummer mit eingängigem True-Metal-Chorus. Mein Favorit ist aber das munter galoppierende ‘End Of Days’ mit seinem sehr coolen Refrain. ‘Inside Ourselves’ und ‘Rise Above’ sprechen sowohl die Hüpf- als auch die Nackenmuskulatur an und wären vor fünfzehn Jahren vielleicht ganz gut angekommen in den Metal-Clubs. Der straighter Hardrocker ‘Super Ego Star’ macht ebenfalls Spaß, auch wenn die Lockerheit etwas fehlt. Zwischen diesen Highlights haben sich leider auch diverse Langweiler vor dem Herrn (Ähem…) eingeschlichen, wie das inspirationsfreie ‘Hard To Kick’ oder die nervige Schlaftablette ‘Breathless’.

Signifikant besser zünden will “Skin For Skin” auch nach mehreren Durchläufen noch nicht, was eben an den bereits angesprochenen kreativen Auszeiten liegt. Zudem habe ich meine Probleme mit der wenig charismatischen Stimme von Fronter Dale Thompson. Er versteht es nicht, den Liedern eine spezielle Stimmung, ein subtiles Feeling zu verpassen. Und so originell und erfrischend manche kompositorische Einzel-Idee auch sein mag, es fehlt unterm Strich einfach der Rote Faden, die musikalische Vision, oder auch der Zug zum Tor, wie man in Balltreter-Kreisen so schön sagt. Dieses Album ist weder Fisch noch Fleisch und wird BRIDE wohl kaum viele neue Anhänger bringen außerhalb ihres kulturellen Stammlandes.

Rating: ★★½☆☆

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