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Dockyard 1
10 Tracks (39:30)
Meine Fresse!! Was für ein Brett!! Dass es in Japan nicht nur klasse Metal-Fans gibt sondern auch geniale Bands, wissen wir spätestens seit LOUDNESS. Doch nicht nur die klassische Fraktion des Metal ist dort vertreten. Eine Menge hungriger Bands treibt dort ihr Unwesen. So auch BLOOD STAIN CHILD. Die bereits seit 1999 (damals noch unter dem Namen VISIONQUEST unterwegs) existierende Band, haut mit “Idolator” ihr drittes Album aus der Kiste. Und dieses Werk kann sich deutlich sehen bzw. hören lassen. So erinnert die Band teilweise an eine modernere Variante von IN FLAMES oder CHILDREN OF BODOM. Lediglich die modernen Keyboardpassagen lassen vermuten, dass es sich nicht um eine Band aus Skandinavien handelt.
Schon der Opener „Hyper Sonic“ macht klar, dass mit den Japanern nicht zu spaßen ist! Vergesst die sonst so merkwürdigen Melodien aus dem Land der guten Autos, Japan ist nicht länger in Europas Schatten, zumindest was die Musik angeht. Auch „Truth“, zu dem ein Video auf dem Album enthalten ist, lässt keine Zeit zum Luft holen. Zwar enthält dieser Track auch seine ruhigeren Passagen, jedoch macht die Band ordentlich Druck. Sänger Ryo braucht sich hinter einem Anders Fridén nicht zu verstecken. Dies zeigt er beim folgenden Track „Final Sky“ erneut. Klasse. Zudem ist es bei dieser Band von Vorteil, dass die fünf Japaner aus verschiedenen musikalischen Richtungen kommen. So mag z.B. Keyboarder Aki Trance-Music, was man den einzelnen Stücken deutlich anhört. Drummer Violator wiederum hört am liebsten Black- und Death Metal. „Ag2o“, das wohl ruhigste Stück auf der Scheibe, wenn man denn von Ruhe sprechen kann, bietet richtig brachiale Gitarrenarbeit und könnte sich schnell zum Hit der Band entwickeln. Gerade Fans von modernen Metal kommen hier ganz auf ihre Kosten. Doch davon nicht genug, denn mit „Embrace Me“ wird es zwar auch wieder sphärisch und ruhiger, doch bekommt man schon bald wieder die fetten Gitarren ins Gesicht geschleudert. Die High-Speed-Hymne wird live jedem Headbanger den Rest geben, garantiert! Geile Gitarrenriffs! Eine ganz klare Hommage an CHILDREN OF BODOM ist „Trial Spiral“. Die Granate macht eine tiefe Verbeugung vor der eben genannten Band. Fans von Alexi und Co. sollten dringend mal ein Ohr riskieren. Die absolute Hammer-Nummer auf „Idolator“ ist jedoch „Void“ geworden. Mein lieber Mann! Was für ein Stück, hier stimmt einfach alles. Die Atmosphäre ist genial, der Gesang authentisch und die Gitarristen schmettern Riffs aus den Hüften, die nicht von dieser Welt stammen…na ja, aus Japan eben. Nicht erschrecken, „Type-N“ ist kein bescheidener Techno-Song, vielmehr gehen die fünf Musiker auf die Reise zwischen brachialen Riffs und Synthi-Beats. Diese Art von Sound ist zwar nicht unbedingt neu, aber dermaßen cool in Szene gesetzt, so dass sogar die True-Fraktion nicht meckern kann. Die weiblichen Vocals, die teilweise eingebaut wurden, bringen einen besonderen Charme mit sich. Solltet ihr immer noch ungläubig sein: Hört euch nur mal das Gitarrensolo im letzten Drittel des Tracks an! Hammer! „True Blue“ erweist sich als exzellenter Rausschmeißer, da die Band hier noch mal alles gibt. Von der Geschwindigkeit her sowie vom Arrangement kann man nur von einem genialen Song sprechen. Einfach nur geil!
Das Video zu „Truth“ ist zwar nicht besonders spektakulär, da es sich um einen Clip aus dem Proberaum handelt. Andererseits haben eben diese Clips manchmal das gewisse Etwas und können auf Effekte verzichten.
Wenn man irgendeine Schwäche bei der Band finden will, kann als einziger Kritikpunkt die Eigenständigkeit der Musik genannt werden. Gewollt oder ungewollt, teilweise ergeben sich doch starke Parallelen zu den genannten Bands. Wenn man jedoch über dieses, ich nenne es mal Manko, hinweg sieht, hat man eine Band vor sich, die vor Energie nur so strotzt und eine geniale Platte gemacht hat. Respekt!
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