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Während Tobias Sammet mit seiner zeitgleich erscheinenden Avantasia-Fortsetzung auf deutliche Veränderungen im Grundgerüst setzt (und damit dem Normalhörer noch ein Stückchen näher rückt) sind die Veränderungen bei Ayreon subtiler. Das sechste Album (die zwei Migrator-Alben als einen Release gewertet) ist wieder absolut eigenständig und dennoch typisch. Wie jedes seiner Vorgänger hat es ein ganz eigenes Feeling, kein Album hört sich wie das andere an, oder besser gesagt: fühlt sich wie das andere an.
Wie immer gibt es warme Synthies, progressives Drumming, vereinzelt treibende Riffs, und über allem schichtenweise Seelengesang, wie man ihn besser nicht arrangieren kann. Was auf der Verpackung (16 (!) Gastsänger plus Lucassen) noch nach purem Größenwahn klingt macht auf der Scheibe so richtig Sinn, es wirkt niemals Überladen, jede Stimme wird nur dort eingesetzt, wo sie passt. Keiner fällt durch schwache Performance auf. Auffallend auch, dass die Sänger weiter im Hintergrund stehen als früher, der Sound der aktuellen Scheibe ist homogener, nicht auf Stars oder große Namen ausgerichtet.
Es klingt dunkler, technischer, steriler als früher. Die Platte menschelt weniger, auch inhaltlich. Die Rasse „Forever“, die ewiges Leben für den Verzicht auf Emotionen erlangt hatte, steht im Mittelpunkt. Die Farbpunkte, gesetzt durch die Berührungen von „Forever“ mit der menschlichen Rasse, strahlen ein wenig über den Rang hinaus, die Emotionslosen werden sehnsüchtig.
Dieses Album schafft das, was es soll: die Emotionen an den Hörer weitergeben, ihn mit auf die Reise nehmen. Die Story regt, wie des Öfteren bei Ayreon, zum Philosophieren an, zur Not auch mit sich selbst.
Tobi, nichts für ungut, du rockst sicherlich schön erdig durch die Gegend, schreibst geile Songs, keine Frage. Aber der Tiefgang des Holländers fehlt dir noch bei weitem. Dafür wirst du mehr verkaufen keine Frage. Schöner Zufall, dass mit Jorn Lande und Bob Catley zwei Protagonisten auf beiden Alben vertreten sind und dadurch mehrere Facetten Ihrer Stimmen präsentieren können.
Neun Punkte, für die wunderschöne Special Edition könnte man fast noch ein Bonuspünktchen geben, das Cover ist ähnlich surreal wie der Inhalt, die DVD gibt sehr schöne Einblicke in den Entstehungsprozess.
Rating: 



