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ACERO - En pie de guerra

Wer erinnert sich nicht mit Wehmut an den Sommer der Liebe 2006? Fußball-WM im eigenen Land, strahlender Sonnenschein, No Go Areas und die deutsche Mannschaft hatte das vermeintlich leichteste Gruppenlos gezogen. Das Auftaktspiel gegen Costa Rica war im Prinzip schon vor dem Anpfiff locker gewonnen und dann kam es doch etwas anders als erhofft. Auch wenn es nach 90 Minuten 4:2 zu Gunsten Deutschlands stand, war es doch ein hart erkämpfter Sieg. Was hat das nun mit Acero zu tun? Die kommen aus Costa Rica, deren HM Szene eher düster geprägt ist und obendrein recht überschaubar. Die meisten Bands haben selten die Chance außerhalb er Grenzen ihrer Zentralamerikanischen Heimat Konzerte zu spielen und die wenigsten können sich den Luxus einer eigenen CD-Produktion leisten. Acero, hervorgegangen aus einer Punkband, können für sich beanspruchen, nach Hinwendung zu den besseren Klängen 1985 die erste Heavy Metal Band ihrer Heimat gewesen zu sein. Auch wenn zwischen 1991-1996 erstmal Schicht im Schacht war, hat sich die Band dann doch wieder zusammengefunden und mit „Pasado y presente“ 2005 ihre erste CD vorgestellt. Die wurde auch europaweit gut aufgenommen, zumal die spanische Sprache mittlerweile auch akzeptiert wird und nicht jeder sofort nach einer englischen Übersetzung verlangt. Von diesen positiven Reaktionen angespornt, gibt es nun innerhalb eines recht kurzen Zeitraums von 2 Jahren den Nachfolger zum viel gelobten Erstwerk.

Die Aufmachung der CD ist zwar dürftig, einfaches Faltblatt, noch nicht mal ein Hinweis auf die Website(in englischer Sprache), aber immerhin weist das Coverartwork auf die richtige Spur. Ein solide geschmiedetes Schwert mit Totenkopfgriff, lodernde Flammen im Hintergrund, dass ist Metal und kein durch zu viel Korn verursachtes Gebölke. Ob es nun bei Titeln wie „Todo esta bien“ oder „La tempestad“ um die gerne verwandten „Ritter befreit Burgfräulein vom tyrannischen König aus dem Verlies und tötet nebenbei einen Drachen“ True Metal Themen geht, keine Ahnung. Ich kann gerade eine Flasche Bier fehlerfrei auf Spanisch bestellen. Wofür Acero musikalisch stehen macht schon der erste Titel klar. Heavy Metal! Rein, klar, unverfälscht! NWOBHM, Iron Maiden, Manowar, Jag Panzer, Muro, dass ist der Stoff aus dem die metallischen Träume entstehen. Sicherlich ist das ganze nicht die Neuerfindung des Rades, auch sollte ein „ach wie niedlich, Exoten“ nicht der ausschlaggebende Grund sein, diese CD zu kaufen. Wenn ihr ein Herz aus Stahl habt, dass bei Metal Core und ähnlichen lebensbedrohendem Sondermüll ganz dringend vom Defibrilator wieder zum schlagen gebracht werden muss, dann holt euch diese Überlebensscheibe. 8 gute Gründe sprechen dafür und keiner dagegen. Sei es „El poder del oraculo“, dass mit Macht und 6:40 in den Ohren wahre Freudenfeuer abfeiert, dass sogar etwas längere geschickt arrangierte „Solsticio de verano“, dass an die Frühphase der Eisernen Jungfrau angelehnt ist und zu guter letzt, der achteinhalb Minuten lange Titelsong, mit viel Dramaturgie und noch mehr Leidenschaft, als krönender Abschluss einer rundum gelungenen CD. Wenn es ein Fazit gibt, dann kann es nur eine Kaufempfehlung sein. Auch wenn die Aufmachung eher spartanisch ist, bietet sich die Musik umso reichhaltiger dar! That `s it! That` s Metal!
Rating: ★★★★☆

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